Nachhaltigkeit: Euer Whataboutism bringt uns nicht weiter!

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„Ich will, dass Ihr handelt, als wenn Euer Haus brennt, denn das tut es.“ Ein einprägsamer Satz von Greta Thunberg über den Klimawandel und Nachhaltigkeit. Und wie wird reagiert? Mit Whataboutism. Das muss sich ändern!

Greta Thunberg ist 16 Jahre alt. Und setzt sich für eine bessere Klimapolitik ein. Ihre emotionale Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos ging groß durch die Medien. Besonders der oben genannte Satz hat mich sofort persönlich in meinem Innersten getroffen und bewegt. Weil er so wahr ist. So klar ausgedrückt. Und doch so viele die Augen verschließen.

Was mich diese Woche einmal wieder richtig geärgert hat? Der Whataboutism in Bezug auf Nachhaltigkeit.

Im August letzten Jahres habe ich mir in meiner Life at 30 Kolumne „Nachhaltigkeit – Euer ganz oder gar nicht nervt“ Luft gemacht. Weil man als Redakteur und Blogger immer sofort bei jeder Bemühung nachhaltiger zu leben, auf dem ultimativen Prüfstand steht. Lest sie Euch gern noch einmal durch, ich sehe das auch Monate später noch ganz genau so. Wenn man sich öffentlich über nachhaltiges Verhalten äußert, kommt meist sofort das „Bashing“ von außen. Auch Sarah hat vor kurzem einen sehr guten Artikel zu diesem Thema geschrieben.

Als ich diese Woche die Reaktionen auf Gretas Rede lese, kommen genau diese Gedanken wieder hoch. Statt Respekt dafür, dass sich eine Teenagerin für unsere Erde einsetzt, statt mit Freunden Zuhause PlayStation zu zocken: Whataboutism. Was das genau bedeutet? Gretas Position wird diskreditiert, ohne ihre Argumente zu widerlegen. Sie kommt auf den von mir eben angesprochenen ultimativen Prüfstand. Von der unliebsamen Kritik wird abgelenkt, indem auf Gretas „Fehler“ in Bezug auf Nachhaltigkeit hingewiesen wird.

So wurde sich sofort darauf gestürzt, dass Greta auf Instagram ein Foto gepostet hat, auf dem sie ihr – übrigens veganes Essen – im Zug isst. Das Essen-To-Go ist in Plastik verpackt. Das ist kein Scherz: Erwachsene versuchen so jetzt die Position einer Teenagerin zu schwächen. Indem darauf hingewiesen wird, dass Greta ja auch nicht hundertprozentig nachhaltig lebt. Statt zu honorieren, dass sie über einen Tag mit dem Zug fährt (viele andere Teilnehmer reisten mit Privatjets an), kommt sofort die „Nachhaltigkeits-Polizei“ und das große Bashing.

Und genau das ist unser Problem!

Spricht jemand aus, dass wir unsere Welt dringend zu einem besseren Ort machen müssen. Sagt das sogar ein Kind, das in dieser Welt noch viel länger leben wird müssen als wir. Womit reagieren wir als Erwachsene? Mit einer „Fehlersuche“. Statt die Personen, die uns zu nachhaltigerem Leben motivieren wollen, auf den Prüfstand zu stellen, sollten wir doch lieber gemeinsam versuchen Step by Step für Umweltschutz und eine nachhaltigere Lebensweise einzustehen. Und nicht alle, die über das Thema reden, sofort in jedem kleinen Punkt zu kritisieren.

Wir sollten viel mehr diskutieren, was wir alle unternehmen können, um nachhaltiger zu leben. Uns von Gretas Worten motivieren lassen. Statt eine Fehlersuche in Punkto Nachhaltigkeit bei Personen zu betreiben, die uns die Augen öffnen wollen. Also Schluß mit dem Whataboutism! Das bringt uns einfach nicht weiter.


1 Kommentare

  • Sarah

    3. Februar 2019 at 09:04

    Ganz tolle Kolumne und sooo wahr!

    Antworten

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