9/11 Memorial Museum: Über meine emotionalen Grenzen…

In: New York City, Travel
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Also den Besuch im 9/11 Memorial Museum werde ich so schnell sicher nicht vergessen. Warum ich am Ende einfach raus musste, aber trotzdem wiederkommen will.

Das ist einmal ausnahmsweise ein Artikel, bei dem ich nicht so richtig weiß, wie ich anfangen soll. Mir gehen gleichzeitig tausend Gedanken durch den Kopf und Gefühle kommen wieder hoch. Warum ich jedem den Besuch im 9/11 Memorial Museum in New York nur empfehlen kann? Und das obwohl ich selbst so überhaupt nicht klar kam…

9/11 Memorial Museum in New York – eine emotionale Erfahrung für mich

Ein Museumsbesuch. Bei einem New York Trip eigentlich nichts besonderes. Dieser wurde aber zu einer wirklichen emotionalen Probe für mich.

Das Museum befindet sich genau an der Stelle, an der früher die Twin Towers standen. Zwei große Brunnen gedenken draußen mit Namensschriftzügen den Verstorbenen. Als ich im Museum eine freigelegte noch erhaltene Schutzwand sehe. Und schließlich direkt neben der Treppe, über die so viele um ihr Leben rannten, weiter nach unten gehe. Da wird es mir so richtig bewusst: Ich bin genau hier. Dort wo 3000 Menschen starben. Wo Feuerwehrmänner und Polizisten zu Helden wurden. Wo Familien zerbrachen.

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Es beginnt mit einer Bilderausstellung. Gezeigt werden die Reaktionen der Passanten auf den Straßen, als das Flugzeug in den ersten Turm des World Trade Centers fliegt. Bei der Ausstellung der vielen Vermissten-Plakate bricht es schon aus mir heraus. Dort zu sein und alles noch einmal nachzuvollziehen. Das brachte mich komplett aus der Fassung. Als dann auch noch Tonbandaufnahmen gespielt wurden – die letzten Telefonate… Da liefen mir die Tränen schon ganz frei über das Gesicht.

Warum mich das Museum auch persönlich so mitgenommen hat?

Meine Familie und Freunde waren am 11. September 2001 zum Glück in Sicherheit. Trotzdem fühle ich noch heute mit den Familien. Und merke auch nach über einem Jahrzehnt, wie meine zweite Heimat New York sich dadurch verändert hat. Und auch unsere gesamte Welt.

Aber ich muss ganz ehrlich sein. Nicht nur aus Mitgefühl standen mir im Museum schon nach wenigen Minuten die ersten Tränen in den Augen. Ich habe Familie ganz in der Nähe von New York City. Es wäre also nicht so unwahrscheinlich gewesen, dass sie gerade an diesem Tag in Manhattan gewesen wären.

Und eine Sache hat mich seit den Anschlägen natürlich auch innerlich beschäftigt. Mein Vater war als er noch gearbeitet hat ein richtiger Businessman. Ich war nicht nur einmal bei einem Business-Dinner mit dabei. War auch mit ihm in einem der typischen Skyscraper und habe als Teenager bei der Sekretärin gewartet, bis sein Meeting fertig war und alle gemeinsam zum Lunch gingen. Ein anderer Skyscraper, aber es hätte auch eben so gut im World Trade Center sein können. Ein Kollege meines Vaters konnte sich übrigens am 11. September retten… Vielleicht brachte mich ein „My Dad is no garbage” Plakat als Protest gegen einen Wiederaufbau des WTC im Museum deshalb so sehr aus der Fassung.

Ich will bei meinem nächsten New York Besuch unbedingt noch einmal in das 9/11 Memorial Museum. Weil mich dieses Mal die Gefühle so übermannten, dass ich irgendwann einfach raus musste. 9/11 – Never Forget…



4 comments

  • Gabi

    October 8, 2018 at 8:02 am

    Liebe Susan,
    Mir ging es einfach ganz genau so. Als Airlinerin nahm mich das ganze auch unheimlich mit weil ich mir jedes Mal dachte: es hätte jedes Flugzeug sein können und jede Stadt… die Tonaufnahmen waren für mich auch das schlimmste: die Verzweiflung, die liebe und die Sehnsucht in jeder einzelnen Nachricht hat mich zutiefst berührt. Und irgendwie hast du recht – seit dem ist unsere Welt einfach nicht mehr die gleiche.

    Ich drück dich!

    Reply

  • Susan Fengler

    October 8, 2018 at 10:53 am

    Hallo Gabi, vielen, vielen Dank für Deinen Kommentar. Sehe ich ganz genau so. Liebe Grüße

    Reply

  • Annika

    October 8, 2018 at 9:01 am

    Liebe Sue, vielen Dank für diesen persönlichen Einblick in Deine Gefühlswelt am WTC. Mir erging es ähnlich. Bereits an den Brunnen überwältigte es mich derart, dass ich völlig erstarrte und nicht mehr ins Museum gehen konnte. Und dies ganz ohne familiären Kontext. Wie muss es dann erst mit sein?!
    Beim nächsten NYC-Besuch habe ich mir einen neuen ein Versuch fest vorgenommen .
    Viele Grüße,
    Annika

    Reply

  • Susan Fengler

    October 8, 2018 at 10:54 am

    Hi Annika, ja wir versuchen es einfach noch einmal. Ich denke das ist ein guter Plan. Liebe Grüße!

    Reply

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