Strukturiert im Homeoffice arbeiten- so geht’s!

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Nach gefühlt hundert Jahren Selbständigkeit und vorherigem selbst zu organisierendem Studium bin ich Homeoffice Profi. Du willst strukturiert im Homeoffice arbeiten? Da habe ich viele Tipps!

Viele befinden sich jetzt ganz neu und ungewohnt im Homeoffice. Vielleicht gleich mit dem Partner/der Partnerin zusammen. Eventuell plus Kind und Chaos. Keine optimalen Office-Bedingungen.

Aus den letzten Jahren habe ich viel Erfahrung im Homeoffice. Ich habe das zwar selbst so gewählt (deshalb schwer zu vergleichen), aber vielleicht helfen Euch ja einige meiner Learnings.

Strukturiert im Homeoffice arbeiten- so geht’s!

#1 Der Arbeitsplatz – eine Herausforderung im Homeoffice

Wer wie ich seit Jahren im Homeoffice arbeitet, hat natürlich mittlerweile einen festen Arbeitsplatz. Wenn das Office aber ganz plötzlich nach Hause verlegt wird, dann ist das vielleicht nicht ganz so einfach. Auch wenn man theoretisch mit dem Laptop auf dem Schoß auf dem Sofa oder im Bett arbeiten kann. Das wird dauerhaft nichts – weder mit der Motivation noch mit der Konzentration!

Wenn ich krank bin, dann schreibe ich auch schon einmal eine Mail oder einen Artikel auf dem Sofa unter der Decke. Sonst hilft es aber ungemein einen Arbeitsplatz zu haben. Und wenn das nur eine freigeräumte Ecke des großen Esstischs ist. Oder im besten Fall ein kleiner Tisch (vielleicht der vom letzten Flohmarkt?), der an eine freie Wand gestellt wird. Laptop drauf, Notizbuch und gern auch eine kleine Pflanze oder ein schönes Bild (wenn möglich).

Ein fester Platz, der möglichst nicht so vollgestellt und zugemüllt ist, motiviert einen gleich, ihn auch zu nutzen. Und so gibt es auch einen festen Ort für die Arbeit und es fliegen nicht abends beim Entspannen noch Unterlagen neben einem herum.

#2 Routinen schaffen im Homeoffice

Damit ich wirklich strukturiert im Homeoffice arbeiten kann, brauche ich feste Routinen. Die müssen sich jetzt bei Euch – falls beispielsweise die ganze Familie plötzlich zu Hause ist – eventuell erst entwickeln und einspielen. Aber auch im Homeoffice immer zur selben Zeit aufzustehen ist zum Beispiel sehr wichtig.

Und bei den Routinen gilt es nicht nur den inneren Schweinehund zu überwinden, sondern auch nicht schon morgens in Stress zu verfallen. Erst zu frühstücken und sich dann den Mails und der Arbeit zu widmen, ist für mich beispielsweise wahnsinnig wichtig (und manchmal gar nicht so leicht, wenn sofort morgens das iPhone in der Hand ist).

Falls jetzt auf einmal alle gleichzeitig zu Hause sind und es eng wird, dann versucht gemeinsam Zeiten zu definieren, in denen Ihr Euch gegenseitig die Arbeitszeit freischaufelt. Von x Uhr bis y Uhr ist bei dem einen Arbeitszeit – genau definiert, damit nicht 1000 andere Dinge dazwischenkommen.

Im optimalen Fall überlegt Ihr Euch ziemlich genau zeitlich für den Tag, was Ihr wann erledigen müsst und könnt. Ich schreibe beispielsweise kreative Artikel immer am Morgen und am Vormittag. Sachen, die ich einfach „abarbeite“, wie Rechnungen schreiben, Ablage, Bilder bearbeiten usw. kann ich auch nach der Mittagspause im Nachmittagstief.

Sich selbst Struktur zu schaffen, kann schwierig sein – ist aber so wichtig

#3 To-Do-Listen sind Deine besten Freunde

Wenn es sinnvoll wäre, hätte sogar meine To-Do-Liste eine To-Do-Liste. Spaß beiseite. Wenn ich strukturiert im Homeoffice arbeiten will, dann geht es nicht ohne Listen und priorisieren. Auf meiner To-Do-Liste für den Tag finden sich Aufgaben, die auf jeden Fall erledigt werden müssen und welche die man schieben kann. Ihr könnt da mit Farben arbeiten, gerade unterstreiche ich sie aber einfach oder nummeriere sie durch.

„Also die drei Punkte kann ich mir ja wohl merken“ – denken jetzt vielleicht einige. Aber solch eine Liste hilft einem nicht nur den Überblick zu behalten, sondern motiviert auch. Denn Dinge abzuhaken auf einer Liste, das fühlt sich richtig gut an. Und gerade wenn alles spontan ins Homeoffice verlegt werden musste, gibt solch eine Liste Struktur im Chaos. Ich lief in den letzten Jahren so manchen Abend noch kurz ins Office und schrieb mir meine To-Dos für den nächsten Tag auf, damit ich nicht auf einmal im Bett lag, mit tausend Dingen im Kopf, an die ich für den nächsten Morgen denken musste.

#4 Die Vorteile des Homeoffices nutzen

Homeoffice hat nicht nur Nachteile, wie vielleicht fehlender Platz oder ein innerer Schweinehund, der sich lieber wieder ins Bett legen würde.

Die Dinge, die im Haushalt erledigt werden müssen, müssen nicht bis zum Abend warten. Aber Vorsicht: Waschmaschine anschalten morgens und in der Mittagspause in den Trockner räumen – super. Man muss aber aufpassen, dass man sich nicht in den Haushaltsaufgaben verliert. Aber gerade Dinge wie Spülmaschine ausräumen oder ähnliches, bei denen man sich nicht so sehr konzentrieren muss, helfen mir zwischendurch wieder neue Energie am Schreibtisch zu finden. Und abends wenn ich mit der Arbeit fertig bin, bin ich dann auch wirklich fertig und es folgt nicht noch der größte Teil des Haushalts.

Ein weiterer Vorteil ist es für mich, dass ich Sport sehr flexibel einplanen kann. Ganz ehrlich: Ich kann besonders effektiv und strukturiert im Homeoffice arbeiten, wenn ich morgens vor dem Frühstück 20 Minuten Yoga gemacht habe. Danach duschen war und nach meinem Frühstück erst mit Mails und Schreiben in den Tag starte.

Erst dachte ich: Das kostet zu viel Zeit. Das ist nicht drin. Gerade die wichtigen Stunden morgens, in denen ich besonders konzentriert bin, darf ich nicht mit so etwas verschwenden. Aber wenn ich früher aufstehe und so in den Tag starte, dann schaffe ich manchmal beinahe ein doppeltes Pensum am Tag. Dennoch kann ich das so natürlich nicht immer durchziehen. Auch im Homeoffice nicht vergessen: Wir sind nicht Superwoman/Superman! Ich finde es aber sehr interessant, zu beobachten, wie falsch die eigene zeitliche Einschätzung manchmal sein kann.

#5 Positiv bleiben – und nicht direkt selbst einreden, das wird so nichts

Was ich durch die eben genannten Vorteile auch ausdrücken wollte: Positiv bleiben und sich auf das Positive zu konzentrieren kann so sehr helfen. Gerade, wenn die Homeoffice-Situation von Euch jetzt gerade nicht selbst gewählt wurde, sondern auferlegt ist.

Wir sind nicht jeden Tag gleich motiviert und effizient. Aber wir können uns auch selbst super motivieren. Ich reiße gerade bei der strahlenden Sonne erst einmal das Fenster auf. Stelle mir einen leckeren Tee auf den Tisch. Und checke meine To-Dos für den Tag. Wenn ich mir aber schon selbst morgens im Bett einrede, dass ich so gar keinen Bock habe, dann wird’s auch ganz bestimmt nix.

Und wenn an einem Tag alles im Chaos versinkt: Einmal alles abschütteln (vielleicht sogar wortwörtlich). Morgen ist wieder ein neuer Tag!

Bild: Sophie Wolter


2 Kommentare

  • Nadine

    25. März 2020 at 23:47

    Über diesen Listentipp wundere ich manchmal ein bisschen, ich mache das seit mindestens 15 Jahren (vielleicht schon zu Abizeiten, erinnern kann ich mich allerdings nicht mehr ;)), und es gibt aber tatsächlich auch erwachsene, ältere Menschen, die das nicht so handhaben… Mir geht es wie dir, ich hab mehr innere Ruhe, wenn es auf der Liste steht. Handhabe das übrigens auf der Arbeit vor Ort genauso, und finde es dort ebenso wichtig, seinen eigenen Fokus zu haben. Sonst richtet man sich nämlich mehr nach den anderen.
    Was ich noch ergänzen möchte, besonders für Eltern: Akzeptieren, wenn das normale Leistungslevel nicht erreicht wird. Wir Händeln hier gerade auch zwei Jobs und ein Kind (nur), und es ist nicht machbar und das ist gerade okay.

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  • Susan Fengler

    27. März 2020 at 14:01

    Hallo liebe Nadine, ja das sehe ich auch so. Und Deinen Tipp an alle Eltern finde ich ganz wunderbar. Liebe Grüße, Sue

    Antworten

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