Life at 30: Was bei dieser großen Unsicherheit wirklich hilft

In: Life at 30
life at 30 Unsicherheit Susan Fengler suelovesnyc_life_at_30_unsicherheit_susan_fengler

Ich bin kein Virologe. Kein Gesundheitsminister. Deswegen packe ich hier keine neuen Erkenntnisse auf den Tisch. Aber ich will herausstellen, was bei dieser großen Unsicherheit wirklich hilft.

Eigentlich wollte ich diese Kolumne betiteln mit „Und plötzlich ist jeder Experte“. Aber das war mir eindeutig zu negativ. Ich kann die Verunsicherung und diese große Unsicherheit rund um das Coronavirus (genauer gesagt Covid-19) nachvollziehen. Vielleicht gerade deshalb liegt mir dazu etwas auf der Seele.

Gestern habe ich noch aktiver als sonst die Medien und Social Media verfolgt. Und da lief es mir teilweise kalt den Rücken herunter. Nicht wegen neuer Zahlen über die Verbreitung des Virus. Sondern, darüber, was diese Unsicherheit mit den Menschen macht.

Da geben Mode-Instagrammerinnen in ihren Instagram-Stories plötzlich Statements ab, wie man sich selbst gesundheitlich testen kann. Kein offizieller Link. Sondern medizinische Aussagen ganz ohne Medizinstudium oder Doktortitel. Das hat mich wirklich schockiert. Dass alle zum Händewaschen aufrufen – super! Das kann nicht schaden. Zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass sich vor Corona-Zeiten kaum jemand bisher 20-30 Sekunden lang die Hände beim Waschen eingeseift hat (inklusive mir).

Was bei dieser großen Unsicherheit wirklich hilft

In meinem Life at 30 – also in ziemlich genau 32 Jahren und drei Monaten – gab es noch nie eine solche Situation in der Welt wie jetzt gerade. Ein Virus, das die Welt so passend und gleichzeitig ob der Symptome sehr unpassend formuliert „in Atem hält“.

Anfang der Woche regte ich mich noch über eine Corona-Doppelmoral auf, dass bei mir in der Branche kleine Events abgesagt wurden und alle Großveranstaltungen mit Zuschauerzahlen, die so groß wie Einwohnerzahlen kleiner Städte sind, weiter liefen. Doch das sollte sich innerhalb von nur wenigen Tagen schnell ändern. Bei der Eishockey-Liga gibt es keinen Meister, Einreiseverbot für Europäer in die USA, Fußballspiele vor leeren Stadien, Konzerte abgesagt. So etwas habe ich noch nie erlebt – Ihr sicher auch nicht.

Absolut verständlich, dass wir alle eine riesige Unsicherheit spüren. Wie reagiert man am besten? Was ist übertrieben? Warum werden überhaupt all diese Vorkehrungen benötigt? Wie gefährlich ist das Virus wirklich? Wie kann man sich schützen? Und wie die Eltern oder Großeltern?

Wir haben alle tausend Fragen im Kopf. Zu meinem Vater sagte ich recht deutlich am Telefon: „Dann soll mir doch mal bitte jemand eine Ansage machen. Wie soll ich gerade genau leben?“

Vertraut auf sichere offizielle Quellen

Was bei all den Meinungen und Aussagen bei dieser großen Unsicherheit wirklich hilft? Nicht vor lauter Panik auf alle möglichen Dinge zu vertrauen, die man liest oder hört. Sich wirklich nur an die offiziellen Stellen und die offiziellen Statements zu halten.

Meine Quelle Nummer 1 ist das Robert-Koch-Institut – hier gibt es Infos auf deren Website. Diese Informationen werden ständig aktualisiert.

Bei einem gebrochenen Bein frage ich ja auch nicht ein paar YouTuber wie ich es am besten schienen kann. Und BITTE fangt nicht ausgerechnet jetzt (und sowieso eigentlich niemals) damit an, Kommentare unter Links auf Facebookseiten zu lesen. Auch nicht bei Nachrichten-Magazinen wie Spiegel und Co.

Ganz wichtig: Keine Rechthaberei, sondern nur fundiertes Wissen verbreiten

Aus der Unsicherheit und Angst hat plötzlich jeder eine Meinung. Der eine findet alles völlig übertrieben, der nächste hat selbst bei bester Gesundheit mit 25 Jahren plötzlich Angst um sein Leben. Lasst uns nicht streiten und uns zu Diskussionen hinreißen, wer mehr im Recht ist, sondern versuchen, fundiertes Wissen zu verbreiten.

Und da verweise ich wieder auf das Robert-Koch-Institut. Unter dem Link oben könnt Ihr lesen, dass beispielsweise die normalen Papier-Masken eher andere schützen, wenn ein Erkrankter sie trägt und nicht uns vor einer Ansteckung. Solches Wissen zu vermitteln ist hilfreich. Bevor aus Panikkäufen Ressourcen unnötigerweise knapp werden und anderswo fehlen.

Ich teile aktuell nur – außer der RKI Seite – einen Artikel der Süddeutschen mit Freunden und Bekannten. Weil er für mich sehr gut veranschaulicht, warum diese Vorkehrungen aktuell alle bei uns getroffen werden. Dass es nicht darum geht, dass ich persönlich vielleicht Covid-19 locker wegstecke. Sondern um das Gesundheitssystem. Damit es bei uns nicht so weit kommt, dass Ärzte wegen Überlastung der Krankenhäuser und zu wenig Ressourcen am Ende wie in Italien gerade vor der moralisch unfassbaren Entscheidung stehen, entscheiden zu müssen, wer im Krankenhaus behandelt und gerettet werden kann und wer nicht (und da geht es dann nicht nur um Covid-19 Erkrankte).

Lasst uns nicht aus Panik und Halbwissen aus unsicheren Quellen durchdrehen, sondern durchdachte Statements abgeben und kluge Entscheidungen treffen. Nicht unnötig Panik verbreiten, aber auch nicht alles herunterspielen. Damit sich unser Life at 30 ganz schnell nach Eindämmung des Virus um schönere Themen drehen kann.

Bild: Sophie Wolter


2 Kommentare

  • Name*Daniela

    13. März 2020 at 13:00

    Danke für den tollen, sachlichen Bericht.

    Antworten

  • Susan Fengler

    16. März 2020 at 11:13

    Sehr gern liebe Daniela! Liebe Grüße, Sue

    Antworten

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