Life at 30: Mal etwas ganz Neues ausprobieren

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Da stehe ich nun vor der Studio-Tür und frage mich innerlich: „Machst Du das jetzt wirklich?“ Etwas ganz Neues ausprobieren? Und dann habe ich es einfach gemacht.

Ich – Susan oder Sue – stehe mit meinen einunddreißig Jahren für viele Dinge. Bloggerin, Ehefrau, Freundin, Tochter. Yoga, Basketball, New York, glutenfreie Ernährung, Achtsamkeit, Lipstick-Leidenschaft, Jeans, Bücherwurm. Für einen Begriff stehe ich so absolut gar nicht: Ballett.

Würde ich in grauer Jogginghose und Basketball-Hoodie meinen Freundinnen beim gemütlichen Abend erzählen, dass ich ab jetzt Ballett mache, würde mindestens eine sofort laut losprusten. Sagen wir es so: Man sieht mich nicht unbedingt in einem rosa Tütü. Und ich bin selbst beim Yoga teilweise einer der ungelenkigsten Kursteilnehmer. Bevor ich mit dem Yoga anfing, kam ich übrigens nicht einmal ansatzweise mit meinen Händen bis zu meinen Füßen.

Wenn meine Mama-Freundinnen ihre Kids so anziehen wie „Tante Sue“, dann haben sie eine Jeans und Sneaker an. Und dazu einen blauen Pullover. So kennt man mich.

Etwas Neues ausprobieren – Warum das so gut getan hat

Da stehe ich nun letzten Samstag im Aspria in Uhlenhorst in meinem Adidas-Sportoutfit (blau/lila, nicht rosa) und Sneakern. Eigentlich wollte ich kurz ein bisschen Sport machen und dann mit meinem Mann in den Wellness-Bereich. Abschalten. Sauna. Relaxen.

Aber da sehe ich auf dem Kursplan auf einmal: Ballett-Workout. Fängt in fünf Minuten an. Ich schaue an mir herunter: Das Outfit passt schon mal gar nicht. Und Schläppchen habe ich natürlich nicht. Damit meine ich nicht: nicht dabei. Ich besitze seit meinem Tanzen als Kind (im Löwen-Kostüm) und ein wenig Jazz-Tanz in der Jugend keine Schläppchen mehr.

Kurz unterhalte ich mich mit zwei Kursteilnehmerinnen, die mir zusichern: Geht auch in Socken. Okay, eine Ausrede weniger. Ach, ich mache das jetzt einfach.

Ich war die Schlechteste – und das bin ich beim Sport nicht gewohnt

Ballett. Da stand ich also mit den anderen Teilnehmerinnen im Kurs. In weißen Nike-Socken. Ohne Schläppchen. Und die Trainerin fragt die drei „Neulinge“, wer schon Vorerfahrung hat. Mein Löwen-Kinder-Tanz zählt hier leider nicht. Ist vielleicht auch keine ultimative Erfolgsstory, weil ich kurz vor dem Auftritt Apfelsaft auf mein Kostüm verschüttet hatte. Und mich Eltern und Tanzlehrerin erst nach großen Kullertränen mit den Worten „Du bist eben der Löwe, der in die Pfütze gefallen ist“ auf die Bühne bekommen haben.

Okay, los geht’s. Das Warmup klappt ganz gut. Dann geht es aber ans „Eingemachte“. Schon beim Sitzen in der Grätsche fällt auf. Mit einigen Übungen wird das heute nix. Meine Beine wollen einfach nicht weiter auseinander als 90 Grad. Da hilft auch kein Ziehen und Zerren. Mit einem Grinsen gebe ich auf. Okay, nächste Übung.

Nur nicht mit den anderen vergleichen und nach links und rechts schauen? Das nimmt mir schon die maximal große Spiegelwand vor mir ab. Hm, irgendwie sieht das bei mir alles – sagen wir mal – nicht so fließend aus. Wenn ich mich selbst beobachte muss ich lachen. Also lieber auf die Trainerin konzentrieren und hochkonzentriert nachahmen.

Mein Fazit nach einer Stunde – für mich – sehr ungewöhnlichem Workout?

Keine Spur von Demotivation. Ich war richtig stolz auf mich. Weil ich Spaß hatte, obwohl ich nicht zu den Besten im Kurs gehört habe. Weil ich spontan etwas ganz Neues ausprobieren wollte und es durchgezogen habe.

Machen wir uns nichts vor. Wenn ich mein Bein gerade so auf die Ballettstange – Pardon Barre – bekomme, ist Ballett vielleicht nicht das optimale Workout für mich. Und im Yoga- oder Pilates-Kurs fühle ich mich dann doch besser aufgehoben. Trotzdem: Neues ausprobieren – egal ob im Sport oder sonst im Leben, kann einen unheimlich motivieren. Und macht Spaß! Vor allem, wenn man auch ein wenig über sich selbst lachen kann.

Bild: Sophie Wolter


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