Life at 30: Boah, jedes Jahr im Januar das Gleiche!

In: Life at 30
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Ich „hassliebe” den Jahresbeginn so. Warum? Kannst Du jetzt in der neuen Life at 30 Kolumne lesen.

Eigentlich liebe ich sie ja. Diese erste Januarwoche. In der alles irgendwie noch ein wenig verschlafen scheint (inklusive mir). Ich sende Mails und es kommt eine Abwesenheitsnotiz – erst nächste Woche geht es häufig bei Agenturen und Kunden wieder los. Ein schönes Gefühl, wenn nicht alles sofort „pam-pam-pam” im maximalen Tempo beginnt.

Ich liebe es auch, mich zum Jahresbeginn ein wenig einzugrooven. Mir ganz in Ruhe zu überlegen, was ich in dem neuen Jahr machen will. Ziele. Aber nicht nur im klassischen „Dinge erreichen”-Sinn. Sondern vor allem, wie ich für mich selbst besser sorgen kann. Da geht es gedanklich auch viel um Routinen, die mir gut tun und die ich vielleicht mehr etablieren möchte.

Warum also Hassliebe? Weil ich online gehe und nur genervt denke:

„Boah, jedes Jahr das Gleiche! Dieser nervige Neujahrsaktionismus!”

Ich weiß nicht ob es das Wort überhaupt gibt, oder ob ich es eben erfunden habe. Aber mich nervt dieser mediale Neujahrsaktionismus so sehr.

Vor Weihnachten: Nur Werbung für leckeres (und auch oft besonders ungesundes Essen) und nach Weihnachten wird knallhart der Schalter umgelegt. Diäten, Saftkuren, Trainingspläne.

Ihr kennt mich und wisst, dass ich mich sehr, sehr gesund ernähre und liebend gern Yoga mache (in letzter Zeit leider nicht wegen einer Nacken-Geschichte, aber hoffentlich bald wieder mehrmals die Woche). Und obwohl ich noch nie eine Diät gemacht habe und meinen Körper glücklicherweise nicht mit der so typischen „Hass-Analyse-Brille” sehe, triggert mich das, was uns da zum Jahresbeginn immer entgegen schreit so sehr. Vielleicht weil ich viele Freundinnen und Bekannte habe, die mit Essstörungen gekämpft haben. Oder einfach weil mein gesunder Menschenverstand denkt: Hört endlich auf mit diesem Mist!

Dieser mediale Körperhass zum Jahresanfang ist so gefährlich

Vielleicht stört mich der Run auf Diäten, Saftkuren und Co. auch so sehr, weil ich Ernährung, Achtsamkeit und bewusstes Leben ganz anders auffasse.

Nein, Du musst nicht eine Woche nur Brühe trinken, um Deinen Körper zu „detoxen”, weil Du an Weihnachten mit Genuss ein paar Mal häufiger in die Plätzchendose gegriffen hast.

Natürlich ist gesunde Ernährung und Bewegung wahnsinnig wichtig. Aber dieser ewige Kreislauf von „an den Feiertagen so viel in sich reinzustopfen, dass einem schlecht wird” und dann im Januar eine Woche lang gar nichts zu essen. Das ist doch echt bescheuert.

Balance. Hat mir nicht nur damals im Schulsport auf dem Schwebebalken geholfen und heute beim Yoga. Sondern das ist es doch worauf es ankommt. Nicht immer dieses von 180 auf 0.

Ganz ehrlich (apropos Schule), vielleicht stört es mich auch so sehr, weil ich immer im Hinterkopf habe, dass sich vielleicht (wie ich es zu Schulzeiten mitbekam früher), im Januar wieder ein Teenie-Mädchen vor den Spiegel stellt und anfängt ihren Körper zu hassen.

Ziele ja, aber Schluss mit diesem Druck durch den Neujahrsaktionismus

Nicht falsch verstehen: Ich liebe es, das neue Jahr auch als einen Neubeginn zu sehen. Altes loszulassen und mir etwas vorzunehmen. So à la „Do more of what makes you happy”.

Aber selbst wenn Du Dir berufliche oder private Ziele für das neue Jahr formulieren möchtest…

Das muss nicht alles in der ersten Januarwoche passieren, so wie es in den Medien den Eindruck hat.

Du musst nicht nach einem herausfordernden Jahr am 1.1. aufwachen und sofort Deinen Businessplan ready und alle privaten Ziele gesteckt haben.

Vielleicht nimmst Du Dir bei all dem Druck und all den Erwartungen (lies unbedingt dazu mein Buch) auch einfach vor, mal zu sehen, was passiert und nicht für alles einen Plan haben zu wollen?

Ich nehme mir für dieses neue Jahr vor allem wieder eins vor: Mein Leben, meine Geschwindigkeit. Noch mehr auf mich zu hören. Auf das, was ich wirklich will. Und diesem ganzen Druck und Wahnsinn von außen innerlich nicht so viel Raum zu geben.

Bild: Sophie Wolter


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