Smartphone-Stress: Du kontrollierst Dein Smartphone, nicht andersherum

In: Less Stress
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„Mein Smartphone sorgt für Stress”. Das höre ich so oft. Reminder: Du kontrollierst Dein Smartphone, nicht andersherum. So kommst Du weg vom Smartphone-Stress.

Gerade in der letzten Woche wurde ich wieder um Rat gefragt, wie das Smartphone weniger stresst. Zum Thema Smartphone-Stress könnte ich ein ganzes Buch schreiben, weil ich es so wichtig finde. Studien belegen die Stress-Gefahr die vom Smartphone ausgehen oder gar zu zwanghafter Smartphone-Nutzung führen. Das mit dem Buch mache ich vielleicht auch irgendwann noch. Aber zunächst einmal liegt mir heute etwas am Herzen.

Du kontrollierst Dein Smartphone, nicht andersherum – Smartphone-Stress

Eine Freundin fragte mich vor Kurzem, ob ich auch immer so abgelenkt von meinem Handy bin, wenn ich beispielsweise einen Film oder eine Serie schaue. Nein (bzw. nur wenn ich es mal schleifen lasse), weil ich mir bewusst Grenzen gesetzt habe vor Jahren schon. Davor kannte ich das auf jeden Fall und genau deshalb habe ich mich hier selbst „gemaßregelt”. Weil ich nicht mehr die spannendste Stelle in der Serie verpassen will, weil ich gerade nach Feierabend „mal kurz” die eine Mail beantworte. Und mich die ständige Erreichbarkeit gestresst hat.

Klar, ich kenne auch jetzt noch das „Ich will kurz etwas Nachschauen”. Und gerade diese Woche als ich montags „Die Höhle der Löwen” sah, holte ich auch mein iPhone aufs Sofa um etwas zu googeln. Das ist doch einer der riesigen Vorteile heutzutage. Also gegoogelt und über etwas aus der Sendung informiert. Aber spätestens beim Tee holen, lege ich es dann wieder außer Sichtweite. Oder manchmal verstecke ich es kurzfristig sogar hinterm Sofakissen.

Denn: Wenn das Smartphone neben mir liegt, dann verlangt es geradezu nach meiner Aufmerksamkeit. Selbst wenn es stumm geschaltet ist (wie beinahe immer, vor allem am Abend). Irgendetwas blinkt immer auf und das obwohl ich die Push-Benachrichtigungen alle ausgeschaltet habe. Und selbst wenn nicht: Mein Blick wandert immer wieder zum Handy. Selbst wenn der Bildschirm schwarz ist. „Doch kurz in die Hand nehmen und alles checken? Ich könnte ja was verpassen.”

Ein bewusster Umgang ist viel wichtiger als zwei Mal im Jahr Digital Detox

Manchmal lege ich mein Handy noch bewusster weg oder nehme es zum Beispiel zu einem Spaziergang gar nicht erst mit. Aber ich würde das jetzt nicht immer direkt als Digital Detox bezeichnen. Sondern es ist einfach Teil eines bewussten Umgangs mit dem Smartphone. Oft habe ich auch Freude daran, es beim Spaziergang dabei zu haben und ein schönes Foto zu machen. Ich finde es falsch, immer nur von Detox zu sprechen.

Bei einem Digital Detox ist es ja oft so wie bei einer schlechten Diät (habe zwar noch nie eine gemacht, aber ich stelle es mir so vor). Eine Woche Verzicht und dann ist man so heiß auf alles, was man „nicht durfte”. Ich bin absolut für Handy-Pausen ab und an, wenn man sich gestresst fühlt (auch einfach mal wie bei mir oft ein Sonntag).

Aber viel wichtiger finde ich noch, der regelmäßige, tägliche, bewusste Umgang mit dem Smartphone.

Hier sind 5 Tipps für einen bewussteren Umgang mit dem Smartphone

#1 Dein Smartphone muss nicht immer neben Dir liegen

Handys vom Esstisch. Und weg von der Sofalehne. Wenn Du das Gefühl hast, Dein Smartphone führt bei Dir zu Stress, dann gilt „aus den Augen aus dem Sinn”. Und dann aktiv „zugreifen”, wenn Du Dich wirklich damit beschäftigen möchtest.

#2 Konsumiere bewusst digital und falle nicht in die „Endlosschleife”

Ich liebe es, online Artikel zu lesen. Oder meine liebsten Instagram-Accounts zu durchstöbern. Oft lese ich sogar lange Artikel gern einfach auf meinem Handy. Und ich schätze es natürlich, mich mit meinen Freundinnen in XXL-WhatsApp-Sprachnachrichten auszutauschen.

Nervig und stressig wird es nur, wenn man in der „Handy-Endlosschleife” gefangen ist. App 1 öffnen, Mails checken, App 2 öffnen kurz scrollen, Mails checken… Ihr kennt das. Wie so ein Kreislauf, der Zeit frisst, ohne glücklich zu machen oder wirklich neue Infos zu bieten. Achte mal drauf und versuche dann diesen Zeitfresser-Kreislauf aktiv zu durchbrechen.

#3 Mach Dir die Smartphone-Welt „widewidewidewie” sie Dir gefällt

Sorry, der Pippi Langstrumpf Reim musste gerade sein. Hier geht es mir wieder darum: Du kontrollierst Dein Smartphone und nicht andersrum. Du kannst Apps löschen, die nerven oder zu viel Zeit kosten. Du kannst Push-Benachrichtigungen (mach das!) und die roten Zahlen an jeder App entfernen (habe ich hier beim Less Stress Impuls erklärt).

So kannst Du Dir Dein Smartphone auch „stressfreier” einrichten.

#4 Flugmodus – ganz ohne Flugzeug

Die Hürde das Smartphone ganz auszuschalten ist heutzutage groß (warum eigentlich?). Wenn Du mal nicht „always on” (übrigens einer der größten Stress-Faktoren unserer Zeit) sein willst, dann nutze den Flugmodus.

Wenn ich beispielsweise ein Buch lese und das Handy doch irgendwie auf dem Sofa rumliegt oder in der Nähe, dann schalte ich einfach den Flugmodus ein. Ja und Hand aufs Herz auch oft wieder kurz aus und dann wieder ein… Nobody’s perfect.

#5 Mach Dir bewusst, wann Dein Smartphone Stress bei Dir auslöst

Das Wichtigste an einem bewussten Umgang mit dem Smartphone ist, dass Du selbst analysierst, was Dich wann überhaupt stresst. Versuche das einmal ganz bewusst wahrzunehmen (Du kannst es auch aufschreiben, wenn Du möchtest). Bei einigen sind es Töne. Bei anderen das Gefühl, dauernd etwas nachsehen zu müssen. Vielleicht ist es bei Dir (deswegen habe ich zunächst meine eigenen Grenzen überhaupt aufgestellt), dass das Handy so sehr mit dem Beruf verknüpft ist.

Daraus kannst Du dann Deine Lösungswege finden, z.B. ein anderer Handyton, Smartphone auch mal weglegen oder vielleicht ein zweites Handy nur für den Job.

Mein Smartphone ist im Alltag so ein guter Buddy, da will ich nicht, dass es zum Dauer-Stress-Faktor wird. Muss es auch nicht. Denn ich kontrolliere mein Smartphone, nicht andersrum.

Bild: Sophie Wolter


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4 Kommentare

  • Lalu

    19. Mai 2021 at 17:40

    Danke, liebe Sue, für diesen hilfreichen Artikel und die Tipps! Erst letztens habe ich mich mit meiner Schwester und meinem Schwager über dieses Thema unterhalten und wir haben unsere Bildschirmzeiten miteinander verglichen, was ziemlich erschreckend war. Ich habe mir jetzt mit der App ein “Ziel” gesetzt, wie viel ich nur noch am Tag am Handy sein möchte und schaue, dass ich es gut und sinnvoll nutze.

    Antworten

  • Susan Fengler

    20. Mai 2021 at 17:48

    Hey Lalu, das ist ja super! Tolle Idee auch mit dem Ziel, das wird Dir so sehr weiterhelfen. Liebe Grüße, Sue

    Antworten

  • Bine

    19. Mai 2021 at 21:58

    Danke, liebe Sue für diesen Artikel! Ist mir vorhin erst aufgefallen – ich saß auf dem Sofa und habe gelesen und als das Handy dann nur vibriert hat, hat es mich genervt. Bessere Alternative von dir: einfach mal ganz weg damit! Werde ich jetzt auch öfter versuchen! Bei WhatsApp hat sich’s bei mir schon echt gebessert – das stääääändige Schreiben wurde mir irgendwann auch zu viel! Ganz liebe Grüße an dich und hab einen schönen Abend! 🙂

    Antworten

  • Susan Fengler

    20. Mai 2021 at 17:48

    Hallo liebe Bine, ach wie schön, dass Dir der Artikel helfen konnte. Das freut mich so sehr! Liebe Grüße, Sue

    Antworten

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