Ich werde 30 – Was ich über das 30 werden denke?

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In nur wenigen Tagen ist es so weit: Ich werde 30. Der erste Geburtstag, bei dem die Reaktion nicht „Happy Birthday”, sondern „Oh” ist. Was ich vom 30 werden halte?

Ich freue mich immer riesig auf meinen Geburtstag. Das ist schon immer so gewesen und liegt nicht nur daran, dass es „mein Tag” ist. Das ist er nämlich in unserer Familie gar nicht. Mein Vater hat am selben Tag Geburtstag. Ganz schön verrückt, oder? Aber auch ziemlich cool. Mein Geburtstag ist so kurz vor Weihnachten also auch Familiensache. Mein Dad und ich singen seit Jahren (ich glaube nur ein- oder zweimal haben wir nicht zusammen gefeiert) „Happy Birthday to us”. Und dann werden Geschenke ausgepackt und ich fühle mich wie ein glückliches Kind. Obwohl ich das ja schon lange nicht mehr bin.

Ich werde 30 – Was ich über das 30 werden denke?

In nur wenigen Tagen werde ich 30. Erzählt man das im Bekanntenkreis und Job-Umfeld, dann ist die erste Reaktion nicht „Ach wie schön, du hast Geburtstag”, sondern „Oh…30!”. Vor zwei Jahren sagte ich zu Freunden, die 30 wurden: „Warum regt Euch das so auf? Warum wollt Ihr auf einmal am liebsten nicht mehr den Geburtstag feiern? So ein Quatsch!”. Darauf bekam ich natürlich nur ein „Warte mal bis Du 30 wirst” zu hören.

Und jetzt werde ich 30. Und es stürzt mich weder in eine frühe Midlife-Crisis, noch fühlt sich mein Geburtstag auf einmal weniger toll an. Die Vorfreude ist wie jedes Jahr da und ich will weder flüchten, noch auf einmal nicht mehr mit der Familie feiern. Mit diesen Gedanken und Gefühlen stehe ich scheinbar aber allein da – fühle mich wie ein Alien, wenn ich sie vor anderen ausspreche.

Woran liegt diese Angst vor dem 30 werden?

Um die Angst vor der 30 besser zu verstehen, habe ich nicht nur viel gelesen, sondern auch einige Gespräche geführt. Und fand heraus, warum sich alle so fürchten. Zunächst einmal ist da die Angst vor dem Erwachsensein. Gestand man sich mit Mitte 20 noch Fehler oder Lücken im Lebenslauf zu, muss man mit 30 doch irgendwie sein Leben im Griff haben. Und dann ist da wieder der Druck, den wir uns selbst machen: „Bis ich 30 bin, wollte ich doch ein Kind gezeugt, einen Baum gepflanzt und ein Haus gebaut haben”. Okay, in Hamburg ist es dann eher so etwas wie: Kind, guter Job, Wohnung.

Vielleicht liegt meine „Nicht-Angst” vor der 30 also daran, dass ich mit unserem Leben im Großen und Ganzen aktuell sehr zufrieden bin. Meine Selbständigkeit funktioniert nicht nur besser als ich es mir hätte erträumen können, sie bereitet mir auch viel Spaß. Ich bin mit meinem besten Freund verheiratet. Und ja, klar, eine Wohnung mit richtigem Arbeitszimmer, Geschirrspülmaschine und Co. wäre schon schön. Aber darum kümmere ich mich einfach im nächsten Jahr.

Dieses Okay-sein mit der 30 überrascht mich übrigens wirklich selbst. Bin ich doch sonst von meinem Ehrgeiz gewohnt, immer höher und weiter zu wollen. Alles muss erreicht sein, alles fertiggestellt. Statt mich aber von den Gefühlen meines Umfelds anstecken zu lassen, genieße ich es, dass ich so scheinbar überhaupt kein Problem mit dem 30 werden habe. Irgendwie bin ich, seit ich beschloss, mein Leben zu ändern und mich selbständig zu machen, mehr bei mir. Brauche aktuell keinen 5-Jahres-Plan.

Stattdessen freue ich mich darüber, was ich erreicht habe. Nicht nur beruflich, nein vielmehr auch privat. Nach fast zehn Jahren immer noch verliebt zu sein und den tollsten Freundeskreis aufgebaut zu haben. Das ist doch mehr als ein Grund zu feiern.

Also, 30 – ich feiere Dich!

Bild: Dennis Kayser



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