Life at 30: Wie widerlich! Dieses „Mit-dem-Tod-Geld-verdienen”

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Ich bin die Letzte, die sagt, dass Online-Inhalte nicht auch mal bezahlt werden sollen. Aber was ich gerade immer häufiger sehe, das ist das (!) Letzte. Ich nenne es einmal „Mit-dem-Tod-Geld-verdienen”-Clickbait.

In letzter Zeit passiert es mir häufiger, dass ich auf einen Instagram- oder Facebook-Link klicke, um einen Artikel zu lesen und dann nach einer kurzen Einleitung feststelle: Es geht nicht weiter. Ein sogenannter „Plus”-Beitrag. Da steht bei einem Artikel die Überschrift und ein Teaser – der Rest des Artikels ist nicht aufrufbar und muss bezahlt werden. Meist mit einem Abo-Modell.

Finde ich auch eigentlich gar nicht schlimm. Für gute Inhalte darf ruhig bezahlt werden meiner Meinung nach. Schließlich sind Netflix, Printmagazine und Co. auch nicht kostenfrei, warum also guter Journalismus in Onlinemagazinen. Hier auf dem Blog schreibe ich für Euch massenhaft Artikel, mit denen ich keinen Cent verdiene. Vielleicht möchte oder muss ich da irgendwann auch einmal darauf zurückkommen, Content noch mehr zu monetarisieren.

Da wird mit dem Tod bekannter Menschen mit Clickbait der übelsten Sorte Geld gemacht

Was mich aber richtig auf die Palme brachte? Und meine Beispiele waren nicht – wie man denken könnte – bei der Zeitung mit vier Buchstaben, sondern es waren (nagelt mich nicht fest) glaube ich Süddeutsche oder Welt. Wenn es um verstorbene Menschen geht und dann mit den Infos über deren Tod durch das Abo Geld gemacht wird. Weil: Klar, interessiert ja jeden, woran der bekannte Mensch denn genau verstarb oder was die Hintergründe waren. Also Sorry – da hätte ich vor Wut fast mein Handy auf den Boden geknallt. Nicht, weil ich die Infos nicht lesen konnte. Sondern wegen dieser Art. Das ist echt Clickbait der allerübelsten Sorte. Krasser Neugierde weckender Teaser, man klickt und statt Information zu erhalten, nur wieder dieselben Zeilen und der Aufruf zum Abo.

Spezifisch ging es in dem Artikel über die genaue Todesursache von Karl Lagerfeld, die nun final geklärt sei. Ich bin interessiert, weil mich gerade der Tod dieser Mode-Legende letztes Jahr sehr erschütterte. Und klicke. Krasser Clickbait-Teaser. Nichts dahinter. Zumindest nicht ohne zu bezahlen.

Da denke ich an den Tod von Dandy Diary Gründer Carl Jakob Haupt. Da hatte ich online eine sehr ähnliche Situation, bei der auch der Content mit Hintergründen über Jakobs Tod nur mit einer Abo-Option zu lesen waren.

Also Inhalte, die man bezahlen soll, gut und schön. Aber dieses „Mit-dem-Tod-Geld-verdienen” in solch einer Social Media Clickbait Manier – das finde ich einfach nur geschmacklos.

Bild: Sophie Wolter


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