Life at 30: Was soll diese ständige Fehlersuche?

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Ich verstehe es nicht. Wirklich nicht. Egal worum es geht. Immer ist da mehr Fehlersuche statt gegenseitiges Bestärken – vor allem digital.

Es muss nicht jeder immer alles abfeiern. Von solch einer Oberflächlichkeit bin ich absolut kein Fan. Und konstruktive Kritik hat mich im Leben schon oft weiter gebracht. Was allerdings richtig nervt, das ist diese ständige Fehlersuche. Besonders digital. Besonders in den sozialen Medien. Und das gerade, wenn man neue Wege geht, um etwas zu verbessern.

Einiges (auch wenn es nicht einmal an mich gerichtet war) hat mich in diesem Jahr schon rasend gemacht. Immer dieser erhobene digitale Zeigefinger. À la „Wenn Ihr das so macht, dann macht Ihr das aber nicht hundertprozentig korrekt!”

Fühlen sich einige vielleicht besser, indem sie andere kritisieren?

Egal ob es um Ernährung geht, die Krise oder Nachhaltigkeit. Eins ist auf jeden Fall klar: Es kommen sofort die, die Dir – ungefragt – sagen, dass Du es nicht richtig machst. Egal was Du machst. Egal worum es geht. Aber nicht um Dir zu helfen – sondern um Dich anzuklagen.

Dabei wird meist komplett vergessen, dass das digitale Bild – besonders in den sozialen Medien – doch nicht jede Facette unserer Realität, unseres Alltags, unserer Wirklichkeit zeigt und widerspiegelt.

Wie wäre es mit bestärken statt ständiger Fehlersuche?

Okay, vielleicht bin ich durch mein bewusstes, achtsames Leben mittlerweile zu sensibel. Dachte ich. Muss ja nicht jeder auf meiner „be kind”-Welle mit schwimmen. Vielleicht kann ich nicht erwarten, dass man sich gegenseitig motiviert. Auf Augenhöhe miteinander spricht, statt vom Kritikpult aus.

Aber in letzter Zeit höre ich von immer mehr Bekannten, Freundinnen und Kolleginnen ebenfalls, dass sie dieses ständige „Haar in der Suppe suchen” richtig nervt.

Spricht man darüber, dass man jetzt häufig unter der Woche vegetarisch oder vegan isst, um den Fleischkonsum zu reduzieren. Dann kommt ganz sicher aus irgendeiner Ecke: „Ja, aber am Wochenende habe ich Dich das dicke Steak essen sehen.”  Ja und das dicke Steak war bio und ich habe ja nie gesagt, ich lebe vegetarisch oder vegan – aber eben bewusster. Und warum zum Teufel muss ich mich vor Dir bitte überhaupt rechtfertigen, dass ich versuche mein Leben Schritt für Schritt zu verbessern?

Was sich Kolleginnen von mir anhören müssen, die sich für vegane Ernährung oder Nachhaltigkeit in den sozialen Medien einsetzen, das würde hier den Rahmen sprengen. Sagen wir es kurz so: Es werden immer die 5% angeprangert, die zu den (von wem eigentlich vorgeschriebenen?) 100% noch fehlen. Die anderen 95% zu loben? Wo denke ich hin…

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, habe ich schon so oft gesagt (dass Ihr es mit Sicherheit schon von mir gehört habt), dass doch jeder Schritt zählt. Warum wird dann jeder „gefundene Fehler” sofort angeprangert? Und ist es überhaupt ein Fehler, wenn ich von mir selbst behaupte, dass ich nicht perfekt bin, aber mein bestes gebe?

Woher kommt dieses Verlangen nach eigens definierten 100% in jedem Bereich?

Woher kommt diese Fehlersuche? Oft digital von Menschen, die nur einen winzig kleinen Ausschnitt des Alltags derjenigen Person mitbekommen.

Zeig mir Deine 85% und ich Dir meine 84% – und zusammen versuchen wir uns und die Welt mit ganz viel Motivation und Zuspruch für jeden Schritt zum Positiven zu verändern. So, dass es dann gar nicht mehr um Prozente wie in dieser ständigen Fehlersuche geht…

„We rise by lifting others.”

Bild: Dennis Kayser


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1 Kommentare

  • Sarah

    12. Juni 2020 at 20:30

    So wahre Worte!

    Antworten

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