Anonymität des Internets: Auch ein Blogger ist ein Mensch

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Breaking News! Auch Blogger und Influencer sind Menschen. Mit echten Gefühlen und Gedanken. Eine Kritik an der Anonymität des Internets.

Immer drauf. Hinter Smartphone und Laptop muss man ja auch niemandem ins Gesicht sehen. Ist dann viel einfacher, mal so eben all seine Frustrationen und Kritik an anderen Menschen auszulassen. Nur ist das genau der Punkt: Nur weil man als Blogger und Influencer viel von seinem Leben preis gibt. Man ist immer noch ein Mensch! Mit Gefühlen!

Wir sind alle nicht perfekt – weder die Blogger noch die Follower

In der letzten Woche hat mich eine Instagram Story einer lieben Kollegin berührt. Am liebsten hätte ich sie einmal fest gedrückt. Geht aber nicht, weil wir nicht in derselben Stadt wohnen.

Diese Bloggerin macht wirklich ganz viel richtig im Leben. Setzt sich für Nachhaltigkeit ein, wie ich es gerade gar nicht schaffen würde. Und trotzdem wird an jedem ihrer Schritte herumkritisiert. Ist das Produkt, das sie benutzt vegan und als Naturkosmetik zertifiziert, wird eben auf ätherischen Ölen herumgehackt. Stellt sie Fair Fashion vor, ist diese viel zu teuer. Würde sie aber Fast Fashion kaufen, wäre das der Kritikpunkt Nummer 1. Ihr versteht worauf ich hinaus will.

Du stehst als Blogger nur all zu oft am Moral-Pranger. Was dabei oft vergessen wird: Der Blogger ist ein ganz normaler Mensch. Leben all die mit ihren vielen Verurteilungen ihr Leben denn perfekt? Und ist diese geforderte Perfektion denn überhaupt möglich?

Ich bewundere die Bloggerin für ihren nachhaltigen Lifestyle. Und finde es so schade, dass sie jeden Tag für jedes kleinste Detail eine digitale Ohrfeige einstecken muss. Ich fühle mich durch sie beispielsweise oft motiviert weniger Fleisch zu essen und auch sonst achtsamer zu leben. Außerdem: Wer bin ich, dass ich sie fertigmachen dürfte, wenn ich doch selbst nicht perfekt bin. So denken leider wohl nicht all zu viele. Vergesst nicht: Blogger sind auch Menschen!

Danke, dass Du ausgesprochen hast, dass die ständigen Bemerkungen und Verurteilungen etwas mit Dir machen. Ein Gedanke, der bei mir oft aufkommt: Würden alle ihr das auch so täglich ins Gesicht sagen?

Hinter der Anonymität des Internets urteilt es sich so schön

Ebenfalls in der letzten Woche bekam ich einen Kommentar unter meinem Artikel zu meiner gekauften Chanel-Handtasche. Natürlich kann man über einen Luxus-Kauf immer diskutieren. Ihr könnt Euch auch nicht vorstellen, wie viele Gedanken ich mir vor so einem „nicht nötigen“ Kauf gemacht habe. Und ich musste auch erst 31 Jahre alt werden, um mir solch einen Luxus zu gönnen. Konstruktive Kritik – her damit. Können wir genau so diskutieren, wie wenn der Mann einen teuren Sportwagen fahren will, wenn doch zur Fortbewegung auch ein kleiner Smart reichen würde. Luxus-Käufe lassen sich immer diskutieren.

Aber dieser Kommentar hat mich geärgert. Zunächst einmal, weil nicht einmal ein Vorname angegeben wurde. „Jemanderesgutmeint“ – das finde ich sehr schade, wenn man sich schon hinter der Anonymität des Internets verstecken muss, um seine Meinung kundzutun. Nicht einmal seinen Namen angibt.

„Eigentlich fand ich dich toll… jetzt habe ich eher gemischte Gefühle. Bin gespannt, wann es dir unangenehm und unangemessen wird diese Tasche zu tragen.“ Kurz muss ich innehalten. Wird hier gerade von einer mir im echten Leben völlig fremden Person mal so eben mein gesamter Charakter in Frage gestellt, wegen eines einzigen Luxus-Einkaufs?

Als Blogger darf man sich an solchen Kommentaren nicht aufhängen. Aber kurz ärgert man sich doch. Wie kannst Du mich so schnell verurteilen, ohne mich zu kennen? Und ich kann mich nicht einmal richtig argumentativ wehren, weil Du ja gar nicht da bist. Ich kenne nicht einmal Deinen Namen.

Hinter der Anonymität des Internets verurteilt es sich so richtig gut. Aber vergesst dabei nie: Hinter jedem Blog und Instagram Account steckt ein echter Mensch.

„Wenn Du nach Fehlern sucht, dann benutze einen Spiegel – kein Fernglas.“

Bild: Dennis Kayser


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