Was mir gerade bei dem Kontrollverlust hilft

In: Achtsamkeit
Kontrollverlust suelovesnyc_kontrollverlust_hamburg_susan_fengler

Normalerweise bin ich es gewohnt, mein Leben selbst in der Hand zu haben und zu gestalten. Und jetzt: Kontrollverlust. Was mir da hilft?

Dafür brauchte ich nicht erst einen Persönlichkeitstest zu machen, um das zu wissen: Ich habe gern alles unter Kontrolle. Das fängt beim Job an, wenn ich am liebsten alles selbst machen würde. Geht im Haushalt weiter, wenn es mir richtig gut tut, wenn alles aufgeräumt ist. Nicht zwanghaft. Aber das Gefühl von Kontrolle, das gibt mir einfach Sicherheit. Wenn ich alles unter Kontrolle habe, dann fühle ich mich gut.

Einigen von Euch geht es sicherlich genau so.

Gerade jetzt in der Situation, habe ich festgestellt, dass nicht nur mir, sondern auch meinem Umfeld dieser Kontrollverlust zu schaffen macht. Nichts kann geplant werden, so vieles ist von außen vorgegeben. Man kann nicht mehr einfach selbst über sein Leben und den eigenen Alltag bestimmen.

Was mir gerade bei dem Kontrollverlust hilft

Erst konnte ich es nicht richtig greifen, was wir da neben unseren Ängsten und Sorgen so fühlen. Aber nach einigen Gesprächen in denen die Begriffe „planen”, „Freiheit” und „selbstbestimmt” oft fielen, da erkannte ich es. Vielen macht (wie mir) eine Art Kontrollverlust zu schaffen.

Und das ganze Aufräumen und Kleiderschrank ausmisten das hat gerade nicht nur etwas damit zu tun, dass wir viel Zeit zu Hause verbringen. Sondern auch damit, dass wir etwas kontrollieren wollen. Struktur schaffen wollen im Chaos.

Warum uns Haushalts-Erledigungen gerade auch deshalb helfen

Wenn ich das Chaos in der Welt und meinen eigenen Alltag nicht mehr kontrollieren kann, dann versuche ich wenigstens das Chaos zu Hause zu kontrollieren.

Deshalb helfen mir bei dem Kontrollverlust gerade wirklich die banalsten Haushalts-To-Dos. Mir geht es mental wirklich besser, wenn ich die Wäsche sortiert habe und die erste Maschine läuft.

Listen gegen mein Kopfchaos und für ein Gefühl der Kontrolle

Aber nicht nur das hilft mir gerade. In Bezug auf das Homeoffice hatte ich sie schon angesprochen: Listen. Egal ob beruflich oder privat – Listen ordnen mein Kopfchaos unheimlich.

Damit meine ich jetzt nicht tausende To-Do-Listen, die mich unter Druck setzen. Sondern auch einfach Listen, die mir Klarheit schaffen. Wie eine Aufstellung über meine Aufträge und die finanzielle Situation. Damit kann ich besser umgehen, als mit Sorgen und Worst-Case-Szenarien im Kopf.

Oder auch nur ganz banal Einkaufs- und Koch-Listen. Wenn ich vor dem Gang einmal die Woche in den Supermarkt genau weiß, was ich eigentlich brauche und nicht da auch noch in den Gängen im Chaos versinke.

Routinen schaffen gibt mir Halt

Keine Angst: Ich will Euch jetzt nicht mit einer Monster-Morgenroutine vor der Arbeit, bei der Ihr um 5 Uhr aufstehen müsst, unter Druck setzen. Und mich auch nicht.

Aber gewisse Routinen zu haben, das gibt mir ein Gefühl von Kontrolle und Struktur in dieser chaotischen Zeit. Das kann einfach nur sein, dass ich morgens als erstes ganz simpel jeden Tag einen Tee trinke. Oder abends nach der Arbeit vor dem Abendessen Yoga mache (das teile ich nicht ständig, um Druck zu machen, sondern weil es mir so unfassbar gut tut, egal wie kurz die Session ist). Vor dem Schlafen kurz zwei Sätze in ein Tagebuch schreibe. Oder irgendwie sonst zeitlich meinem Tag Struktur gebe. Routinen geben mir Halt und Kraft.

Schreibt mir gern, was Euch gegen den Kontrollverlust hilft, dem Chaos von außen und innen Herr (bzw. Frau) zu werden!

Bild: Dennis Kayser


0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten (Name und Email Adresse) durch diese Website einverstanden. Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.