Me too: Wo fängt sexuelle Belästigung an?

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Warum Ihr gerade überall „Me too” auf Facebook lest? Stars wie Alyssa Milano wollen damit darauf aufmerksam machen, dass auch sie sexuell belästigt wurden. Aber wo fängt sexuelle Belästigung an?

Ich fahre mit meiner Freundin U-Bahn – es ist Fashion Week in Berlin. Sie hat einen Rock an. Nicht midi, sondern eher mini. Die vulgären Kommentare des Typs, der neben uns steht, ignorieren wir. Bis er sich plötzlich ganz nah neben meine Freundin steht und sich an ihr reibt.

Das ist wirklich passiert. Mitten am Tag. Mitten in Berlin.

Wo fängt sexuelle Belästigung an?

Bei der Schilderung dieser Situation nicken doch eigentlich alle: Klar, sexuell belästigt wurde sie in der Bahn. War übrigens kurz vor der nächsten Haltestelle, wo er dann schnell ausgestiegen ist.

Aber wie ist es, wenn Du als Frau abends nach Hause läufst und die Straßenseite wechselst, weil minderbemittelte Typen obszöne Gesten machen und Dir entgegenrufen. Den Satz, den ich bei dem Thema sexuelle Belästigung am meisten hasse: „Ist doch nichts passiert.” Im Ernst?! Das ist kein „Kompliment” – als Frau hast Du in einer solchen Situation ein richtig mulmiges Gefühl.

Me too – Du auch?

Wie oft Frauen sexuell belästigt werden, das zeigt gerade die „Me too” Kampagne auf Social Media. Hast Du Dich schon gewundert, warum gerade so viele Frauen aus Deinem Freundeskreis in den letzten Tagen genau diese beiden Worte als Facebook-Status posten? Erst dachte ich an eines dieser nervigen Social Media Ketten-Spielchen. Aber es steckt eine viel wichtigere Message dahinter. All diese Frauen wurden schon einmal sexuell belästigt. Ganz schön viele, oder?

Der Stein wurde von Stars wie Alyssa Milano ins Rollen gebracht. Sie forderte auf Twitter andere Frauen dazu auf, mit „me too” auf Ihren Tweet zu antworten, wenn sie auch schon einmal Opfer sexueller Belästigung wurden. Auslöser ist der Skandal um Hollywood-Produzent Harvey Weinstein.

Ich finde es gut und wahnsinnig wichtig, dass so gerade auf dieses wichtige Thema aufmerksam gemacht wird. Vielleicht wird so ein größeres Bewusstsein geschaffen und ich muss nicht mehr so oft hören „Ist doch nichts passiert”… Sexuelle Belästigung herunterzuspielen – das hilft nämlich wirklich niemandem.

Bild: Dennis Kayser



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