Warum eine Gehmeditation sowas von gut tut

In: Achtsamkeit
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Gehmeditation? Klingt seltsam und fühlt sich zunächst seltsam an. Aber dann tut sie sowas von gut!

Gerade sind wir wohl alle immer wieder auf der Suche nach unserer inneren Balance. Und das ist nur all zu verständlich. Vielleicht hilft es hier mal – wortwörtlich – neue Wege zu gehen.

Ganz ehrlich: Als ich zum ersten Mal eine angeleitete Gehmeditation gemacht habe (das war im Rahmen meiner Ausbildung zur Meditationstrainerin) da fand ich das alles wahnsinnig seltsam. Unglaublich ungewohnt waren diese so (für mein Gefühl) viel zu langsamen Schritte.

Auf meine erste Gehmeditation musste ich mich erst einlassen. Aber mittlerweile finde ich bei einer Gehmeditation sowas von schnell zu innerer Ruhe. Vor allem wenn ich sie an einem ruhigen Ort draußen an der frischen Luft mache.

Was bedeutet überhaupt Gehmeditation?

Damit ist wirklich eine Meditation im Gehen gemeint. Normalerweise kennen wir es so, dass wir beim Meditieren einen bequemen Meditationssitz einnehmen. Oder uns einfach auf den Rücken legen.

Bei dieser Form des Meditierens ist das in Einklang bringen von Atem und Gehen ein wichtiger Teil der Meditation. Und wie ich finde auch eine wunderbare Achtsamkeitsübung im Alltag.

Das Essentielle bei dieser Meditationsart ist es, dass wir uns voll und ganz auf das Gehen konzentrieren. Klingt einfach, so easy ist es aber gar nicht. Vielleicht versuchst Du es beim ersten Mal mit einer angeleiteten Gehmeditation (z.B. über eine Meditations-App). Das kann für den Anfang sehr hilfreich sein.

Es geht dann wirklich darum, jeden Schritt ganz behutsam zu setzen und wirklich zu fühlen, wie beispielsweise der Fuß auf den Boden aufsetzt. Welcher Teil zuerst den Boden berührt, welche Geräusche der Untergrund macht, wie sich die Muskeln in der Wade dabei bewegen und anfühlen und und und. Jedes Detail der Wahrnehmung ist wichtig.

Am Anfang mag es sich (wie auch bei mir) seltsam anfühlen wirklich so langsam Schritt für Schritt zu gehen. Denn es ist noch einmal eine ganz andere Wahrnehmung als bei einem langsamen Spaziergang. Wenn es Dir möglich ist, schließe bei der Gehmeditation auch die Augen.

Ein wichtiger Teil bei dieser Form der Meditation ist es, dass man nicht ständig gestört wird. Also schalte unbedingt Dein Handy aus. Außerdem sind natürlich bequeme Schuhe anzuraten. Und eine ruhige Umgebung.

Nimm nicht nur jeden Schritt achtsam wahr, sondern stimme auch Deine Atmung mit der Bewegung ab. Das sollte aber ein natürlicher Fluß sein und sich gut anfühlen.

Die Meditation solltest Du mindestens fünf Minuten lang praktizieren. Du kannst sie aber natürlich gern auch eine Viertelstunde lang machen. Allerdings würde ich am Anfang mit 5-10 Minuten einsteigen, weil es eventuell schon eine ungewohnte Erfahrung ist. Außerdem bleibst Du so vielleicht länger dran und kannst die Meditation vielleicht einfacher in Deinen Alltag zur Stressbewältigung einbauen.

Wobei kann Dir diese Meditationsart helfen?

Besonders mit geschlossenen Augen kannst Du Dich so wirklich voll und ganz auf eine Sache konzentrieren. Und so besonders gut aus dem Gedankenkarussell aussteigen. Denn wenn Du Dich so sehr auf jeden Schritt und jede Wahrnehmung konzentrierst, dann hilft Dir das sehr, wenn Du gerade immer wieder in Gedankenschleifen festhängst.

Außerdem ist dieses sehr langsame Gehen eine gute Übung, wenn Du oft durch den Alltag rast und zwischendurch einen Moment der inneren Ruhe finden willst.

Vielleicht ist es für Dich auch wie eine kleine persönliche Herausforderung ganz à la „Geh langsam, wenn Du es eilig hast”.

Aber eine Gehmeditation kann Dir auch dabei helfen, Deine eigene Körperwahrnehmung zu stärken. Atmung und Gang im Einklang zu spüren, das kann Dir viel Kraft und Ruhe geben.

Und was ich besonders wertvoll finde: Diese Art der Meditation hilft mir dabei wirklich so ganz unmittelbar im Moment zu sein.

Bild: Sophie Wolter


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