Life at 30: „Was läuft denn heute im Fernsehen?“

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Erinnert Ihr Euch noch? Als es statt Streaming noch hieß: „Was läuft denn heute Abend?“ Und dann wurde die Fernsehzeitschrift aufgeschlagen.

Am Samstagabend haben wir zufällig gesehen, dass ein Weihnachtsfilm auf Sat.1 kommt. Okay, weil ich noch die Geschenke zum Einpacken herunterholen wollte, haben wir ihn kurz angehalten. Sonst war es aber wirklich so ein Oldschool-Fernseherlebnis. Mit Werbung (die konnte man trotz anhalten nicht vorspulen).

Mehr aus Spaß hatte ich zu Jens gesagt: „Lass doch schauen, was im Fernsehen läuft.“ Bis auf Nachrichten (und ich gebe es zu: GZSZ und ab und zu Häuser bei HGTV) landen wir nämlich doch sofort bei den Streaming-Diensten. Und da haben wir dank geteilter Accounts mit Freunden tatsächlich aktuell Netflix, Amazon Prime Video und Sky. Und dann gibt es ja auch noch Mediatheken und Joyn.

„Was läuft denn heute im Fernsehen?“ wurde ersetzt durch endlose Streaming-Möglichkeiten

Also ist unser „Fernsehen“ heutzutage nicht so einfach gehalten wie früher noch. Als man bei den 5 Lieblingssendern nachsah, was denn 20.15 Uhr läuft. Und dann ein Programm auswählte.

Bei meiner Oma waren die Fernsehprogramme sogar feinsäuberlich an der Fernbedienung notiert. Heutzutage haben wir allein beim Fernsehen hunderte Programme. Und die schauen wir nicht einmal, sondern klicken uns durchs Menü direkt zu den Streaming-Apps.

Wird der Fernseher angeschaltet, geht es nicht direkt los. Es muss erst mal alles laden. Schließlich erscheint eine Startseite mit zahlreichen Kapiteln und Kategorien. Moment, oben in das Menü, rüber klicken zu Apps und zwei Mal runter in die Spalte. Dann müssen wir uns erst mal für einen Streaming-Dienst entscheiden. „Da habe ich was gesehen gestern, lass mal da gucken.“ Und in der App: Was für eine endlos scheinende Auswahl an Filmen und Serien. Obwohl wir in einer Gesellschaft voller medialer Überflutung leben und die vielen Reize eigentlich gewohnt sind, sind wir oft vor allem eins: Überfordert.

Eines der Gesprächsthemen ist im Freundeskreis immer (!): „Habt Ihr einen Filmtipp?“ oder „Welche Serie fandet Ihr gut in letzter Zeit?“ Und deswegen habe ich am Sonntag meinen Weihnachtsfilme-Artikel für Euch neu veröffentlicht (dieses Mal nicht vor allem auf New York bezogen wie im alten Artikel) und da auch Flops genannt. Zwischen all den Film-Meisterwerken findet sich bei den Streaming-Anbietern nämlich natürlich auch ganz viel Schrott.

Manchmal ist weniger Auswahl für einen Abend ganz entspannend…

Und da saßen wir also am Samstagabend und hatten uns den ganzen „Film-Auswahl-Prozess“ spontan gespart. War auch mal ein schönes Gefühl. Irgendwie entspannend. Nicht umsonst trugen Genies wie Steve Jobs ständig ähnliche Outfits. Der Mensch kann an einem Tag nur eine begrenzte Anzahl an Entscheidungen treffen, bevor es stressig wird.

Ob mich die Werbung genervt hat? Erstaunlicherweise nicht. Statt: „Jens halt mal kurz an, ich muss Tee machen/pinkeln/was zu knabbern holen“ habe ich das ganz oldschool einfach in der Werbepause erledigt.

Ich liebe als Film-Fan unsere grenzenlose Auswahl vom Klassiker bis zur Hollywood-Neuheit. Aber an diesem Wochenende nach einer vollgepackten Arbeitswoche und Vorweihnachts-To-Dos, da war das Fernsehen wie früher für einen Abend wirklich schön – und irgendwie entspannend.

Bild: Sophie Wolter


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