Life at 30: Über das Zurückblicken

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Letzte Woche habe ich etwas gepostet, das viel mehr Aufmerksamkeit bekommen hat, als ich es erwartet hätte. Deshalb heute noch einmal ein paar mehr Worte über das Zurückblicken.

Gerade als ich die Überschrift geschrieben habe, da dachte ich: Vielleicht flüchtest Du mit dieser Kolumne diese Woche auch vor der Gegenwart. Und damit ich habe ich sicherlich auch recht. Denn die ist aktuell nicht so rosig und gerade passiert so viel, da meinte ich diese Woche zu meinem Mann als Scherz: „So viel Käse und 99%-Schokolade (wegen der Glücksgefühle) kann ich gerade gar nicht essen.”

Aber ich wollte auch noch einmal etwas aufgreifen, das ich letzte Woche auf Instagram gepostet hatte. Und da passt es gerade ganz gut, dass das ein Rückblick ist.

Du kennst sicherlich diese typischen Facebook-Rückblicke. „Vor 11 Jahren… ist das und das passiert” beziehungsweise „hast Du das und das gepostet”. Manchmal ist das nur ein Pizza-Foto oder ein Urlaubsschnappschuss. Letzte Woche wurde mir eines meiner ersten „Promi-Interviews” mit Kai Pflaume angezeigt.

Und als ich da so in mein junges Gesicht blickte (hey, ein Jahrzehnt schon her). Da ließ ich im Kopf die letzten Jahre Revue passieren. Irgendwie hatte ich dann das Bedürfnis das auch kurz zu notieren. Wirklich in aller Kürze und relativ nüchtern.

Über das Zurückblicken …

Als ich da so meinen beruflichen Werdegang seit dem Studium niederschrieb, da bekam ich richtig Gänsehaut. Und wollte das auch teilen. Nicht, weil ich super eingebildet bin und mich nur selbst „beweihräuchern” will (ich bin aus der Kirche ausgetreten, also würde das ohnehin nicht so gut passen).

Aber wir sind so oft im Kopf schon bei der nächsten Sache. Beim nächsten Job-Projekt, wenn gerade etwas abgeschlossen ist. Träumen schon einen Tag nach einer Reise von der nächsten. Und wir blicken selten zurück.

Klar, ich als Stressmanagement Trainerin weiß, wie wichtig es ist, den Moment zu genießen. In diesem Moment zu leben. Alles bewusst wahrzunehmen.

Doch manchmal ist auch ein Zurückblicken wichtig. Zum Beispiel um zu sehen, wie weit man gekommen ist.

Das meine ich nicht nur im beruflichen Sinne. Aber auch. Ich bin stolz auf mich, dass ich den Sprung aus dem Hamsterrad geschafft und mich beruflich verwirklicht habe (darum wird es auch viel im eBook gehen).

Aber ich habe auch Gänsehaut bekommen, weil ich genau weiß, dass das, was da so in einer Instagram Story kurz niedergeschrieben beeindruckend aussieht, auch teilweise sehr schwierig war.

Manchmal sieht es so aus, als hätten andere einfach mehr Glück. Aber was im Job manchmal nach „glücklichem Zufall” aussah (lies unbedingt mal diesen Artikel und auch das Buch), war gar nicht so zufällig.

Ich bin so froh, dass mich diese schnöde Facebook-Rückblick-Bild letzte Woche, gerade als die Gegenwart mich wieder so wahnsinnig herausforderte, daran erinnerte, wie weit ich schon gekommen bin.

Und nicht nur beruflich (falls Du hier neu bist, ich habe Germanistik studiert, war in einer Werbeagentur die erste Community Managerin, habe für die GRAZIA gearbeitet und dort dann auch die Online-Redaktion geleitet, bis ich mich vor 5 Jahren mit meinem Blog, den ich seit 2011 schreibe, selbständig machte). Ich bin vor allem stolz darauf, wie ich mich persönlich weiterentwickelt habe. Dass ich Dinge, die mich interessieren verfolge (und zum Beispiel einfach eine Stressmanagement Ausbildung machte). Dass ich mich traue, meinen eigenen Weg zu gehen. Der oft nicht so aussieht, wie der von anderen. Dass ich mich von einem Umfeld löste, das mir nicht guttat. Dass ich, obwohl ich mich so selbständig wahrnehme, das Vertrauen hatte, meinen besten Freund zu heiraten vor ein paar Jahren.

Gerade in schwierigen Zeiten ist es manchmal so wertvoll zurückzublicken. Und auch mal so richtig stolz auf sich selbst zu sein. Das muss gar nicht der große Job-Erfolg sein. Wir sollten uns für so vieles, das wir erlebt, erreicht oder durchgestanden haben, ab und zu mit einem kleinen Rückblick so richtig feiern.

Bild: Dennis Kayser


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1 Kommentare

  • Jules

    30. September 2021 at 10:29

    Oh yes! 🥳🥳

    Antworten

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