Life at 30: Über so richtige Life at 30 Käufe

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Während ich diese Kolumne schreibe, muss ich wirklich lachen. Über mich selbst. Und denke: Das waren so richtige Life at 30 Käufe.

Da sitze ich am Wochenende auf dem Sofa mit dem Laptop auf den Oberschenkeln. Online-Shopping. Und als mich mein Mann fragt, was ich denn gerade gekauft habe, auf das ich mich freue, da muss ich beim Erklären richtig losprusten. Denn ich versuche ihm ernsthaft klar zu machen, wie man sich über „hübsche bunte zum Wohnzimmer passende Ordnungsboxen” freuen kann. „Da kommt dann unser Waschmittel, Hygienespüler und so weiter rein, und dann steht nicht mehr alles so wild rum. Und das Arctic Blue und Türkis passen so gut zu unserer Einrichtung. Weil doch der Waschraum wegen der Feuchtigkeit so oft offen steht.”

Nach den HAY Boxen wandern noch durchsichtige Container für die Küche in den Warenkorb (für die Buchweizenflocken und Co.). Und Handseife im Aesop-Look, die das Bad verschönern soll (ohne dabei wie bei Aesop ein Vermögen zu kosten). Ach und Rahmen für zwei Bilder, die ich schon ewig mal in passende Rahmen packen will und aufhängen.

Mein Mitte-Zwanzig-Ich sieht mich schräg von der Seite an. Mit einem sehr, sehr skeptischen Blick. Denn Online-Shopping das war früher die Vorfreude auf ein neues Paar Sneaker. Oder zumindest ein T-Shirt. Boxen für den H-a-u-s-h-a-l-t? Container? Rahmen? Und darauf Vorfreude? Who are you?

Gerade wandern so richtige Life at 30 Käufe in meinen Online-Warenkorb

Okay, Schuld an meiner Ordnungs-Begeisterung sind definitiv auch solche Netflix-Serien wie „The Home Edit” (wisst Ihr ja schon aus meiner Ausmisten-Kolumne). Mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen habe ich meinem Mann (der das natürlich nicht mitschauen muss) noch vor Kurzem erzählt: „Die packen ja einfach alle Sachen in der Küche aus und schütten sie in andere durchsichtige Behälter. So geht es jede Folge.” Und jetzt? Freue ich mich ernsthaft so richtig darauf, wenn ich morgens meine Porridge Zutaten, dann nicht aus der krümelnden halb offenen Tüte heraushole, sondern aus einem durchsichtigen…. wait for it… Behälter. Klar: Shopping macht nicht wirklich glücklich. Aber so kleine Happiness-Momente im Alltag gibt’s manchmal schon, wenn dann zum Beispiel nicht mehr alle Flocken herumfliegen. Und ich freue mich ernsthaft jeden Morgen über meine bunten hübschen Müslischüsseln. Und das noch nach Jahren.

Während ich mit einer meiner liebsten Freundinnen noch vor ein paar Jahren diskutierte, ob ein Mixer ein gutes oder total unromantisches Geschenk ist. Da schicke ich heute genau dieser Freundin ein Bild von meinem Online-Warenkorb mit Haushalts-Ordnungs-Helfern. Und sie? Schickt mir lachend ein Bild von einer Lieferung Einmachgläser zurück.

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann sind es aber auch eigentlich Lockdown Life at 30 Käufe. Nicht nur, dass ich (weil ich es so liebe) mindestens einmal pro Woche eine Interior-Serie schaue. Ich verbringe auch so unglaublich viel Zeit zu Hause wie noch nie zuvor in meinem Leben. Und wenn man sich jeden Tag in den eigenen vier Wänden umsieht (ich gebe zu: sehr oft vom Sofa aus), dann fallen „Chaos-Ecken” in der offenen Küche eben häufiger ins Auge. Ähm. Ja. Dafür (und fürs Office) habe ich übrigens auch zwei Ordnungshelfer bestellt… So richtig hübsche große Flecht-Truhen.

Warum die Ordnung gerade jetzt so gut tut?

Kurz bevor ich mich in einer Wie-viele-Boxen-brauche-ich-wirklich Selbsthilfegruppe anmelden wollte, habe ich dann aber mal die Journalistin in mir herausgelassen. Also recherchiert. Und mit einer Freundin, die Therapeutin ist, gequatscht. Und siehe da: A) Ich bin mit meiner aktuellen Ordnungsliebe sowas von nicht allein. B) Es ist sogar wissenschaftlich bewiesen, wie Ordnung in der Wohnung (oder z.B. am Arbeitsplatz) und Ausmisten für weniger Chaos im Kopf, mehr Energie und mehr Struktur im Alltag sorgen. Und C) Das hat auch alles sehr viel mit Kontrolle zu tun.

Bei meiner Recherche zu C) da fühlte ich mich so ertappt, wie diese kleinen Hunde, die in Instagram Reels, die Couch zerfetzt haben und dann vom Besitzer darauf angesprochen werden. Kontrolle. Die fehlt mir mit meiner Planungsliebe gerade jetzt in der Krise so sehr. Zum ersten Mal in meinem Leben, habe ich nicht einfach die Freiheit alles selbst zu bestimmen. Und über viele Dinge habe ich einfach nicht die Kontrolle. Da ist es nur allzu verständlich, dass ich meine eigenen vier Wände „kontrollieren” will.

Okay, ich weiß jetzt also, dass hinter Box 1-10 noch viel mehr dahintersteckt als die „The Home Edit” Serie. Trotzdem kann ich mich gerade herrlich über mich selbst amüsieren, wenn ich daran denke, wie viele Boxen und Behälter hier in der nächsten Zeit so in allen Größen, Formen, Materialien in die Wohnung einziehen. Und wie mich sowas allen Ernstes wirklich mit Vorfreude erfüllen kann.

Aber hey (oder passenderweise eher hay): Es gibt doch sicherlich sinnlosere neue Hobbys als die Wohnung aufzuräumen und auszumisten. Und ein großer Teil des guten Gefühls kommt auf jeden Fall auch dadurch, dass wir nach all dem Wohnungschaos des letzten Jahres endlich wieder so richtig „zu Hause” ankommen. Und hier auch das Chaos endlich (nach Monaten) langsam beseitigt ist.

Ob ich in Lockdown 156 noch anfangen werde, das Bücherregal nach Farben zu sortieren? Sicherlich!

Bild: Unsplash

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