Life at 30: Ich gebe mir selbst die Erlaubnis

In: Life at 30
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Ich lasse mich auf meinen gemütlichen Sessel plumpsen. Heute, ja heute, da gebe ich mir selbst die Erlaubnis.

Erinnerst Du Dich noch an Deine Kindheit? Keine Angst, hier wird es jetzt nicht psychologisch à la inneres Kind heilen und so weiter. Ich meine die bloße Erinnerung daran Kind zu sein. Der Geschmack von Toffifee. Viel Zeit draußen zu verbringen. Auf Bäume zu klettern. Regen ganz anders wahrzunehmen, nämlich nur als lustige Pfützen zum Reinspringen.

Damals, da brauchte es ab und an die Erlaubnis. Ein bisschen länger aufbleiben, ein wenig länger draußen spielen dürfen, noch ein zweites Eis an einem warmen Sommertag.

Jetzt bin ich erwachsen und gebe mir die Erlaubnis selbst. Eigentlich.

Wieso „eigentlich”? Weil ich teilweise so streng mit mir selbst bin. Da habe ich als Kind davon geträumt, wenn ich „mal groß bin” den Nachtisch schon vor dem Abendessen essen zu dürfen. Weil ich es mir einfach selbst erlauben kann als Erwachsene. Als Teenager habe ich die Zeit herbeigesehnt, an der ich einfach von Freunden nach Hause kommen kann, wann ich will.

Und heute, da erlaube ich mir doch recht wenig.

In meinem eBook schreibe ich über all den Druck. Die Erwartungen von außen, aber auch über diesen Druck, den ich schon selbst verinnerlicht habe. Und der führt dazu, dass ich mir oft zu wenig erlaube.

Diese Woche fiel mir das Schreiben der Life at 30 Kolumne schwer. Normalerweise sprudeln die Ideen nur so aus mir heraus. Aber an Tagen, an denen ich mit Tränen in den Augen die Bilder in den Nachrichten kaum ertragen kann, da fehlen mir auch beruflich oft die Worte. Kreativität auf Knopfdruck gibt es nicht und schon gar nicht, wenn die Gedanken voller Sorgen und Mitgefühl sind. Dazu noch ein voller Terminkalender mit vielen Aufgaben, die abgehakt werden müssen. Weiter funktionieren, auch wenn der Kopf ganz woanders ist.

Nachdem ich schon frühmorgens mit dem Gedanken an eine zu finalisierende Kunden-Kooperation aufwachte und noch vor dem Frühstück schnell den Content erstellte. Da war dieser Wunsch in mir und schließlich das Wort „Erlaubnis”. Ich sehnte mich nach diesem „Blau machen”. Nach dem: „Mama, darf ich heute zu Hause bleiben?” Einfach so. Nicht, weil ich krank bin. Sondern, weil ich mich einfach nur einkuscheln will. Weil die Welt gerade zu schwer zu wiegen scheint.

Ich bin selbständig. Erwachsen. 34. Ich brauche nur von mir selbst die Erlaubnis, es heute langsam angehen zu lassen. Einfach mal das Wort oben auf der To-Do Liste durchzustreichen und sie mit dem nächsten Tag zu versehen. Die Kuscheldecke zu holen. Mit dem Fuß den Wäscheberg etwas weiter in der Ecke zu verstecken.

Und obwohl ich schon vor Jahren aus dem Hamsterrad sprang, muss ich mich doch immer wieder selbst daran erinnern.

Daran mir selbst die Erlaubnis zu geben. Die Erlaubnis, es langsam angehen zu lassen. Nicht all die Aufgaben, die beruflich und privat zu erledigen sind zu priorisieren. Sondern auch einfach nur: mich.

Aber es geht nicht nur darum. Sondern (gerade merke ich es in vielen Gesprächen) mir auch die Erlaubnis zu geben, mir selbst Gutes tun zu dürfen. Mir zu erlauben zu lachen, mich zu freuen, zu tanzen, leckeres Essen zu genießen, Blumen einfach für mich selbst zu kaufen. Auch wenn es andere gerade so schwer haben.

Ich gebe mir selbst die Erlaubnis. Immer wieder. Nicht nur heute.

Bild: Sophie Wolter


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