Life at 30: Gerade bin ich wohl „Bewusstarier“

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Bist Du eigentlich Vegetarier, Pescetarier, Veganer? Ich glaube gerade würde ich mich wohl als „Bewusstarier“ bezeichnen.

Bäm und jetzt haue ich hier in der Life at 30 Kolumne einfach mal einen Neologismus raus. Wörter neu erfinden? Kann ich. Aber ich brauche auch ein neues Wort als Antwort auf die Frage oben.

In welche kulinarische Schublade kann ich denn gesteckt werden? Da Essen immer mehr Thema ist (was ich sehr begrüße) und nicht jeder einfach abends sein Wurstbrot in sich reinstopft, kommt immer mehr die Frage auf „Was bist Du denn?“. Machen wir die Schubladen mal auf. In der ersten sind die Fleischesser, in der zweiten die, die zwar kein Fleisch aber Fisch essen (Pescetarier) und in der dritten die Vegetarier. Und dann gibt es natürlich auch noch die immer größer werdende Schublade mit den Veganern. Das nur mal so grob (da gibt es sicher auch noch andere).

Da ich wegen einer Unverträglichkeit Gluten meiden muss, mich sehr gesund und bewusst ernähre und viel Yoga mache, gehen automatisch viele davon aus, dass ich Vegetarier bin. Stimmt auch oft. Aber eben nicht immer. Ich erkläre mal warum und warum ich mich deswegen wahrscheinlich gerade lieber als „Bewusstarier“ bezeichnen würde.

Life at 30: Gerade bin ich wohl „Bewusstarier“

Schon vor Jahren habe ich meine Ernährung umgestellt. Das lag daran, dass eine Glutenunverträglichkeit festgestellt wurde. Mittlerweile soll ich Gluten meiden, aber z.B. eine Sojasauce oder ähnliches und Spuren sind in Ordnung. Trotzdem hat das meine Ernährung natürlich auf den Kopf gestellt. Ich muss aber auch sagen, dass ich mich durch das Gluten vermeiden gesünder ernähre und im Home Office eigentlich jeden Tag mein Lunch selbst frisch koche. Also auch ein guter Nebeneffekt.

Da sind wir auch schon beim Home Office Essen unter der Woche. Mittags esse ich warm, abends esse ich mit meinem Mann zusammen (ganz deutsch) Abendbrot. Schon vor Monaten haben wir die Wurst durch „Fake-Wurst“ ersetzt. Weil uns die Wurst, die gar keine ist, auf dem Brot genau so gut schmeckt, aber eben vegetarisch ist (und zum Glück glutenfrei). Sonst noch so auf meinem Brot aktuell? Eine Mango-Papaya-Curry-Paste und Ziegenfrischkäse. Unser Abendbrot ist also vegetarisch, aber nicht vegan.

Weil ich wegen meines früheren Stresses teilweise noch immer einen etwas empfindlichen Magen habe, esse ich seit Jahren aber kaum Milchprodukte. Kuhmilch trinke ich gar nicht (oder sie kommt auch nicht ins Müsli), Joghurt so gut wie nie (da nehme ich die Sojavariante). Schweinefleisch steht eigentlich nie auf meinem Speiseplan (weil ich das auch nicht so gut vertrage). Süßigkeiten esse ich selten, aber wenn, dann genieße ich sie bewusst.

Unter der Woche esse ich sehr oft vegetarisch oder sogar vegan – Vegetarier will ich mich aber bewusst nicht nennen

Aber zurück zu meinem täglichen Lunch. Das ist teilweise wochenlang vegetarisch oder sogar vegan. Einfach weil ich Bowls mit viel Gemüse und Tofu liebe. Süßkartoffeln zu meinem Lieblingsessen unbedingt dazugehören. Und glutenfreie Nudeln mir auch mit Pesto und ohne Bolognese super schmecken. Aber esse ich mit meinem Mann am Wochenende (oder Weihnachten zu Hause bei den Eltern). Oder sind wir in einem tollen Restaurant. Dann esse ich auch gern mal ab und zu Fisch oder Fleisch. Ich liebe frischen Lachs in Sushi und als wir vor Weihnachten in Österreich waren, habe ich eines der besten Filetsteaks aller Zeiten gegessen (von der eigenen Rinderzucht des Restaurants).

Worauf ich in jedem Fall achte, wenn ich Fisch oder Fleisch esse? Auf Qualität, Haltung und Herkunft. Ich kaufe so gut wie nie Fleisch, aber wenn ich mit meinen Eltern an der Ostsee bin, dann dürfen es auch mal gern Krabben sein oder ein frisches Fischfilet.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass – wenn ich schon glutenfrei esse – die Essenauswahl bei beruflichen Essen in den letzten Jahren, wenn es dann auch noch vegetarisch sein soll, schon sehr eingeschränkt war. Das darf man bei all der kulinarischen Verurteilung, die oft gerade so vorherrscht, auch nicht vergessen. Pasta ist für mich raus und Seitan ist ja quasi Gluten pur.

Und auch wenn ich teilweise einen Monat lang vegetarisch esse, dann will ich mich gerade doch nicht Vegetarier nennen. Ich esse bewusst. Aber ich will mich – ebenfalls bewusst – nicht selbst in die Schublade stecken. Weil ich mir den Moment nicht nehmen will, wenn ich beispielsweise auf Mallorca bin, den frisch gefangenen gebratenen Fisch im Restaurant zu bestellen. Oder mal ein Steak, wenn ich möchte. Und bei der Presseeinladung nicht nur die Karotten zu essen, weil alles andere entweder Gluten, Fleisch oder Fisch ist.

Langfristig werde ich mit all den – auch neu aufkommenden glutenfreien – Möglichkeiten vielleicht irgendwann gar kein Fleisch mehr essen. Aber gerade ist die „Bewusstarier“-Variante für mich gut umsetzbar und ich habe das Gefühl, ganz nach Situation entscheiden zu können, was ich essen möchte. Nicht nach Schublade.

Psst… Das unfassbar leckere glutenfreie und vegane Bananenbrot vom Bild gibt’s in Hamburg bei Paledo. Für alle, die zu weit weg wohnen, ist hier mein Bananenbrot-Rezept für Zuhause!

Bild: Sophie Wolter


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