Life at 30: Ein bisschen heile Welt

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Mein Name ist Susan. Ich bin 33. Komme aus Hamburg. Und ich muss Euch etwas beichten. Ich nenne es mal „Heile-Welt-Guilty-Pleasure”.

Eigentlich liebe ich so richtige Psychothriller. Egal ob als Buch oder als Film. Spannung und mitraten. Sogar vor den Fitzek-Romanen mache ich nicht Halt. Ich liebe es, mich dabei auch intellektuell herauszufordern. Werde ich erraten können, wie alles ausgeht? Und freue mich dann doch, wenn wieder eine ganz unerwartete Wendung kommt, die ich nicht vorhersehen konnte.

Gerade im Moment aber, da flimmern bei mir Serien über den riesigen Smart-TV (vor ein paar Jahren zog dieses Monster bei uns ein und mittlerweile liebe ich ihn), die mir zu nennen, manchmal kurz peinlich sind. Der Smart-TV weiß bestimmt auch gar nicht so richtig, wie ihm auf einmal geschieht. Statt Thriller-Serien sind da auf einmal „Die Bergretter” zu Hause. Komplett ab Staffel 1, beinahe jeden zweiten Abend. Und ganz ehrlich, allein im Home-Office zur Mittagspause auch mal ein Berginternat oder junge Ärzte „In aller Freundschaft”.

Ich habe die „Megathek” neu entdeckt und damit unzählige teilweise uralte deutsche Serien, die aber so ein gutes Gefühl vermitteln. Richtig witzig wird’s übrigens bei „Gegen den Wind” mit einem schrecklich schmierigen Hardy Krüger Jr. und Ralf Bauer, bei dem, wenn er rennt, immer schön die Titelmusik eingespielt wird. Herrlich!

Life at 30: Ein bisschen heile Welt

Warum ich solche Serien teilweise gerade so richtig brauche und sie mich abholen? Es ist der „Heile-Welt-Faktor”. Ja klar, bei den Bergrettern da passieren auch mal ganz dramatische Sachen. Spoiler: Wer lässt bitte eine der eingeführten Hauptfiguren direkt in der ersten Folge der ersten Staffel sterben? Aber ganz ehrlich: Irgendwie (außer in der ersten Folge) wird doch immer alles wieder gut. Ich glaube diese beruhigende Gewissheit hat gerade viel mit meiner „Heile-Welt-Serien-Sucht” zu tun.

Gerade prasseln jeden Tag so viele negative Nachrichten auf uns ein. Es herrscht – egal in welcher Situation man ist – eine so große Unsicherheit. Da fliehe ich gerade einfach so gern in die heile Welt. Auch wenn es nur für 48 Minuten ist…

Da kann ich so richtig abschalten. Die Welt auf dem Bildschirm ist so schön klein und übersichtlich. So bin ich kurz mal eben zum richtig Abschalten beim Einschalten in Österreich oder in meinem geliebten Sankt Peter-Ording. Herrliche Locations, um mal so richtig runterzukommen.

Und egal was passiert, alles wird doch irgendwie wieder gut. Jedes Drama kann dann doch gemeinsam gelöst werden. Außerdem kommt noch viel Humor dazu. Denn wenn man jetzt wieder „Gegen den Wind” sieht, da muss man einfach bei jeder Folge so richtig herzlich lachen. Oder wenn ich bei den Bergettern in den ersten Folgen ein riesiges Mikro am Bildrand entdecke, das wohl niemandem von der Produktionsleitung aufgefallen war.

Erinnerungen als man noch keine „Erwachsenen-Sorgen” hatte…

Ich kugel mich bei „Gegen den Wind” manchmal so richtig vor Lachen, weil so viel so absurd und unrealistisch ist. Und einfach diese Mimik und Gestik von Ralf Bauer. Warum rennt er immer überall hin? Selbst wenn er verletzt ist? Dazu noch eine Menge Beach Boys Musik! Habe ich Euch mal erzählt, dass meine Freundin und ich auf der Fahrt in den Urlaub mit meinen Eltern die volle Beach Boys Dröhnung bekamen? Wir dachten eigentlich die CD meines Dads sei nach so 15 Songs mal vorbei (die alle schon recht ähnlich sind). Falsch gedacht! Es war eine Doppel-CD der Beach Boys und spätestens bei Lied 25 konnten wir nicht mehr. Es sind definitiv auch Erinnerungen an die guten alten Zeiten, die bei den Serien gerade mitschwingen. Als ich noch Teenager war und mir noch keine „Erwachsenen-Sorgen” bekannt waren. Sondern das größte Drama war, wenn das „Freundebuch” nicht schnell genug zum Schwarm gelangte.

Die Sehnsucht nach abschalten und entspannen ohne Sorgen oder Ängste ist gerade so groß. Mal keine Reizüberflutung, sondern alles etwas langsamer und übersichtlicher. Und wenn ein bisschen Realitätsflucht in die Berge oder an den Strand helfen, wieso nicht? Eigentlich müsste es doch auch noch irgendwo in den Tiefen der Mediathek „Medicopter 117″ geben. Dazu hatte ich damals sogar ein PC-Spiel. Vielleicht nach den Bergrettern als fließender Übergang…

Übrigens habe ich mit dem Teilen meines „Heile-Welt-Guilty-Pleasures” bei Instagram scheinbar so richtig einen Nerv getroffen. Ich habe einige Nachrichten von Euch bekommen, wo denn „Gegen den Wind” in der Mediathek zu finden sei. Und bekomme häufig welche, dass Ihr auch schon x Folgen der Bergretter geschaut habt. Ja so ein bisschen heile Welt kann scheinbar gerade einfach wirklich nicht schaden.

Weitere Feel Good Serien (auch mit mehr Anspruch) findet Ihr übrigens hier!

Bild: Sophie Wolter


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