Life at 30: Der „Und jetzt ein guter Film“-Struggle

In: Life at 30
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Nur noch das erledigen. Dann noch das fertig machen. Alles abarbeiten. Done. „Und jetzt ein guter Film.“ Kommt Euch bekannt vor?

Feiertage und Wochenenden sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Unter der Woche kommen wir nicht dazu, dann wird es eben auf die eigentlich freien Tage verschoben. Haushalt, Ablage, Erwachsenenkram.

Am Sonntag nur rumliegen? Puh, nee, nicht drin. Aber dann abends gibt’s eine Belohnung. Ist doch schließlich Sonntag. Etwas leckeres kochen. Und dann? Ja, dann noch einen schönen Film schauen, bevor man ja auch schon wieder ins Bett muss. Wo ist der Tag nur hin?

„Und jetzt ein guter Film“

Kennt Ihr das? Dieses „Oh ich würde heute gern so einen richtig guten Film schauen.“ Entweder einen richtig spannenden Thriller. Nicht zu kompliziert, sodass man ihm nicht folgen kann. Aber herausfordernd genug, damit man so richtig in seinen Bann gerät. Über nichts anderes nachdenkt. Kein Smartphone in der Hand. Nur dieser Film.

Oder wir meinen damit diesen typischen „Feel-Good-Film“. Diese richtig guten Filme, von denen es nur eine Handvoll schafft, dieses „Glücklich sein“ hervorzurufen.

Immer wieder dieser Struggle

Da haben wir schon beinahe alle Streaming-Dienste die es so gibt. Amazon Prime natürlich, Netflix zusammen mit den Freunden, Sky zusammen mit den andern Freunden. Und dann geht es nach dem Essen los. Die eine Fernbedienung für die eine Streaming-App. Klick, klick… „Schon gesehen.“ „Was für ein Quatsch.“ Die Watch-List? Auch null aktuell und irgendwie gar nicht zu gebrauchen.

Also die andere App öffnen. „Wo ist nochmal die andere Fernbedienung?“ Und weiter geht das Scrollen. „Hach ja der war super. Aber schon tausend Mal gesehen. Kann ich mittlerweile auf Deutsch und Englisch mitsprechen.“

Mittlerweile ist eine halbe Stunde vergangen. Irgendwie sind wir beide schon ein bisschen genervt von der Sucherei. Welches Genre wollen wir noch einmal? Egal, Hauptsache irgendwas Schönes. Schön spannend? Schön emotional? Ach eben so ein richtig guter Film. „Den?“ „Nee den haben wir schon gesehen, weißt Du denn nicht mehr?“

Nach gefühlt drei Stunden – und echten 40 Minuten – dann die Entscheidung. Dann eben dieser Anwalts-Film. Schon nach einer halben Stunde der Gedanke: Ach hätten wir doch lieber diese eine Netflix-Serie weitergeschaut. Aber die Hauptdarstellerin nervt doch auch irgendwie.

Geht es hier nur um einen Film?

Früher, ja früher, da haben wir einfach den Fernseher angemacht. Dann eben doch Tatort. Oder vielleicht doch der Blockbuster? Die Entscheidung war schnell getroffen. Dauerte nicht mal fünf Minuten.

Jetzt gibt es scheinbar unendlich viel Auswahl. Und den ganzen Tag muss man doch sowieso so viele Entscheidungen treffen. Überforderung. Und auf einmal ist dieses „Film Aussuchen“ viel mehr als das. Der Film soll doch bitte instant glücklich machen. Entspannen. Das Wochenende verlängern. Den nervigen Termin am Montag am besten vergessen machen.

Ist wie diese „Erwartungs-Liste“, die viele Frauen an ihren Partner haben. Kann doch niemand wirklich erfüllen. Also realisieren. Ein kurzer Spaziergang, ein richtig gutes Gespräch. Und dann eben doch der Tatort. Eine Entscheidung weniger. Und wofür zahlen wir schließlich GEZ.

Bild: Sophia Noelle


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