Life at 30: Das haben wir schon immer so gemacht

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Heute stelle ich Dir einen meiner absoluten Hass-Sätze vor: Das haben wir schon immer so gemacht. Warum die Abneigung?

„Das haben wir schon immer so gemacht.” Irgendwie denke ich, wenn ich diesen Satz schreibe, sofort an so eine alte Werbung mit Menschen am runden Tisch und Fähnchen. Weißt Du, welche ich meine? Ich weiß nur noch, dass neue Ideen vorgeschlagen wurden und dann aber lieber die alten Fähnchen genommen wurden.

Diese Woche habe ich beruflich eine Entscheidung getroffen. Das Weekly Update hier jede Woche wird zu einem monatlichen Update. Dafür veröffentliche ich wieder mehr eigenständige Artikel (ja, der Tag hat leider nur 24 Stunden und eines meiner wichtigsten Life at 30 Learnings ist das Priorisieren).

Ich habe am Montag lange hin und her überlegt, ob ich das jetzt wirklich mache. Und dann dachte ich: Ich mache es jetzt einfach. Warum? Weil es für meinen beruflichen Workflow gerade wichtig ist. Und ich mich und meine Inhalte immer weiterentwickeln will. Eben kein: Das haben wir schon immer so gemacht. Einfach aus Bequemlichkeit oder Angst vor Neuem.

Ganz ehrlich: Wenn Ihr den Wechsel zum monatlichen Update so richtig blöd findet und nach zwei, drei Monaten das Weekly Update sehr vermisst (schreibt mir das unbedingt, wenn es so ist). Oder ich selbst denke: „Nee, das war keine gute Idee.” Dann gibt es doch auch immer ein „Zurück” und ich kann wieder etwas verändern.

Das sehen wir bei all diesem „Das haben wir schon immer so gemacht” finde ich viel zu selten. Dass es doch auch einen Weg zurück zu dem Altbewährten gibt. Beinahe immer. Das sage ich auch so oft, wenn ich über meinen Schritt in die Selbstständigkeit vor sechs Jahren spreche. Es bedeutet doch nicht, dass ich deshalb nie wieder angestellt arbeiten kann.

Das haben wir schon immer so gemacht – warum das so ausbremst?

Hey, ich bin total dabei beim Gedanken „Never change a winning team”. Beim Basketball, wenn es mit den Fünf auf dem Feld gerade so richtig mega läuft, auf einmal wild die Spieler*innen durch wechseln. Absolut schlechte Idee.

Aber sowohl beruflich als auch privat möchte ich dagegen auch auf keinen Fall in einen „Das haben wir schon immer so gemacht”-Trott verfallen.

Neues führt so oft zu einem Gefühl: Angst. „Was wenn es nicht klappt?” „Was wenn die neue Idee nach hinten losgeht?” „Was wenn andere das doof finden, was ich mache?” All diese Gedanken sind völlig normal.

Da kann ich besonders beruflich ein Lied davon singen (besser nicht – ich singe wirklich grauenhaft schief).

Aber ich will lieber Mut machen. Weil dieses „Das haben wir schon immer so gemacht” uns ganz oft davon zurückhält uns zu trauen. Veränderungen anzuschieben. Einfach mal zu machen. Dieser Satz beschreibt so gut die bekannte „Comfort Zone”.

Aus der Comfort Zone zu treten ist oft herausfordernd, aber wird so oft belohnt

Ich trete besonders in meiner Selbstständigkeit (aber auch im Privaten) immer wieder aus meiner Comfort Zone. Und das manchmal mit so einer richtigen Scheissangst. Jetzt nicht bei einer Content-Änderung am Blog wie diese Woche. Aber zum Beispiel als ich letztes Jahr selbst ein eBook herausgebracht habe.

„Sollte ich nicht lieber beim Bloggen bleiben? Die Life at 30 Kolumne läuft doch gut…” Ja eben! Und genau deshalb ist es doch wichtig auf solche Dinge aufzubauen.

„Aber was wenn keiner kauft?” „Oder welche kaufen und dann super unzufrieden sind?” „Was wenn ich es gar nicht schaffe ein ganzes Buch zu schreiben?” Glaubt nicht, dass all diese Gedanken nicht da waren. Und etwas in mir hat mich ganz fest zu diesem „Bleib doch bei dem, was Du schon immer gemacht hast” gezogen. Aber ich habe mich losgerissen. Und habe gerade vor Kurzem das Feedback bekommen, dass mein Buch so gemocht wird, dass es einige mittlerweile schon mehrmals gelesen haben. Lief alles perfekt beim Launch? Ganz ehrlich: Nein. Aber ich bin so stolz, dass ich es gemacht habe.

Ich kann Dir versprechen: Bei jedem neuen Schritt. Beruflich. Privat. Egal wie klein. Da will irgendwas in Dir zurück zu den Fähnchen. Hat doch funktioniert bisher. War kein schlechtes Leben.

Aber wollen wir wirklich unser Leben lang dieses: „Das haben wir schon immer so gemacht”? Stattdessen ist das Gefühl, die Angst überwunden zu haben und Neues gewagt zu haben (selbst wenn es dann doch nix war) sowas von großartig. Fühlen wir aber nicht, wenn wir es nicht ausprobieren.


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