Währt ehrlich wirklich am längsten?

In: Lifestyle
ehrlichkeit_suelovesnyc

Spieglein, Spieglein an der Wand: Wer ist am ehrlichsten im ganzen Land? Fragt mich jemand nach einer Eigenschaft, die mir bei Menschen in meinem näheren Umfeld besonders wichtig ist, dann ist das eindeutig Ehrlichkeit. Warum es gerade darauf für mich momentan besonders ankommt?

Das liegt daran, dass heutzutage oft gilt: Mehr Schein als Sein. In der digitalen Welt da werden Instagram-Follower gekauft, Figuren mit Apps auf dünn getrimmt und sogar Likes per App gesammelt. Das Gemeine: Gerade so erreichen einige richtig viel. Mit Schein zum Erfolg? Scheint sehr gut zu funktionieren.

Aber nicht nur im Digital Business sehne ich mich nach Ehrlichkeit. Von Politik und Gesellschaft will ich jetzt gar nicht anfangen – ich sage nur mit Theodor Fontanes Worten aus Effie Briest: „Ein weites Feld…” – deswegen fokussiere ich mich auf Freunde und Familie. Im Freundeskreis sagt man sich nicht all zu gern die Wahrheit und auch nicht immer in Beziehungen. Dabei ist Ehrlichkeit doch so wichtig – und damit meine ich nicht, die kleine Notlüge, wenn die Bekannte zugenommen hat und man ihr das nicht direkt aufs zu oft gegessene Butterbrot schmiert. Wenn wir es mal mit ehrlichen Worten versuchen, statt unseren Freund „selbst darauf kommen lassen zu wollen, was er falsch gemacht hat” – hmm… das wäre wohl zu einfach.

Ich habe eine Freundin, zu der kann ich auch sagen: „Gerade drehst du durch, beruhig dich mal und hör auf zu spinnen.” Und sie kann das auch zu mir sagen. Manchmal brauchen wir genau diese ehrliche Ansage und keine Samthandschuh-Methode, um wirklich nicht durchzudrehen. Funktioniert ganz gut, probiert es aus.

Trotzdem ist Ehrlichkeit irgendwie uncool geworden – wird oft mit Höflichkeit verschleiert oder ist einfach nicht das einfachste Mittel auf dem Weg zum Erfolg. Vielleicht gibt es ja bald Einsicht, bessere Lügendetektoren und neue Social Media Tools – bis dahin tröste ich mich einfach mit dem Gedanken: Ehrlichkeit sollte doch zumindest gut fürs Karma sein.

Foto: Dennis Kayser



0 comments

Leave a comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Shares