Life at 30: Zurückblicken, um zu sehen wie weit man gekommen ist

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Diese Woche habe ich etwas realisiert. Ich bin seit ganzen fünf Jahren selbständig. Da schoss mir etwas in den Kopf: Hätte mir das jemand gesagt.

Ich predige (und das obwohl ich seit gefühlt 100 Jahren nicht mehr in der Kirche war) eine Sache sehr häufig. Dass wir im Moment leben sollen. Nicht dauernd rennen müssen, um etwas in der Zukunft zu erreichen. Nicht ständig zurückblicken sollten und in der Vergangenheit festhängen.

Aber zurückblicken, um zu sehen wie weit man gekommen ist. Das ist so wertvoll und auch manchmal so wichtig.

Zurückblicken, um zu sehen wie weit man gekommen ist

Vor kurzem wurde ich für einen Podcast interviewt (hier könnt Ihr die Folge anhören) und da wurde ich im Vorhinein gefragt, wie lange ich schon selbständig bin. „Oh, fünf Jahre schon”, fiel mir da erst so richtig auf. Und diese Erkenntnis brachte mich diese Woche zum Nachdenken.

Da dachte ich an mein früheres Ich in der Schule und dann auf der Uni zurück. Dass mir Sprachen mehr Freude bereiten und mir besser liegen als Naturwissenschaften, das wusste ich schnell. In der Schulzeit hatte ich einige gute Freunde. Erlebte mit 15 meine erste große Liebe inmitten einer tollen Clique. Doch als ich älter wurde, da war ich auch die, die nicht genug Party mitmachte (Basketball war meine Nummer 1) und war die, die so oft nach New York flog (obwohl es ja mit meiner Familie zu tun hatte).

Hätte mir da jemand gesagt, dass gerade meine New York Liebe einmal zur Gründung meines absoluten Traumjobs beitragen würde.

Wenn ich an eine der schönsten Phasen meines Lebens zurückdenke, dann ist das definitiv die Uni-Zeit. Endlich nur noch studieren, was mich wirklich interessiert. Tolle Dozent:innen und Profs. Noch tollere Kommiliton:innen. Und ich habe dort Freunde fürs Leben kennengelernt. Ach und ganz nebenbei kam ich auch damals schon mit dem Mann meines Lebens zusammen. Ich fing als „Nebenjob” neben der Uni an zu bloggen und durch meine vielen Praktika lernte ich, was mir Spaß macht (Redaktionelles Arbeiten) und was nicht (Radio-Morningshows).

Hätte mir aber zwischen Hausarbeiten, Lieblingsdozent:innen (Hey Ruth, liest Du immer noch mit?) und einer richtig guten Zeit mit großartigen Menschen jemand einen Blick in die Zukunfts-Zauberkugel gewährt, dann hätte ich es nicht geglaubt.

Hätte mir das jemand gesagt…

Hätte jemand der Sue, die damals noch Susan war, von damals am Tag des Uniabschlusses zugeflüstert, wie das alles so weitergehen wird. Ich hätte gesagt: „Klar! Nehm ich!” Und gelacht. Weil ich es nicht für möglich gehalten hätte.

Wenn ich selbst an die Jahre denke, die nach der Uni vergangen sind. Wie viel ich erlebt habe. Welch großartige Menschen ich kennenlernen durfte. Wie viel ich schon in meinem jungen Alter (Hey, 33 fühlt sich noch verdammt jung an) von der Welt sehen durfte.

Zurückblicken, um zu sehen, wie weit man gekommen ist. Das kann einem (wie mir jetzt gerade) schon mal Freudentränen in die Augen treiben. Gesund, glücklich verheiratet mit meinem besten Freund, habe ich in den letzten Jahren Step für Step meinen beruflichen Traum verwirklicht. War sofort nach dem Schritt in die Selbständigkeit damit erfolgreich (was ich bei Weitem nicht so erwartet hätte). Habe ein so tolles Umfeld. Und finde vor allem in den letzten Jahren immer mehr zu mir selbst und verwirkliche mich genau so wie es sich gut und richtig anfühlt.

Das Zurückblicken zeigt einem auch die Learnings auf

Also ja, ich lebe im Moment. Immer mehr. Und das fühlt sich so gut an. Aber, wenn einem nebenbei auffällt, dass man trotz weltweiter Pandemie seit fünf Jahren erfolgreich und so glücklich seine Selbständigkeit lebt. Dann kann man auch mal zurückblicken, um zu sehen wie weit man gekommen ist. Und vor allem, um so richtig von ganzem Herzen dankbar zu sein.

Was ich definitiv in den letzten fünf Jahren gelernt habe? Sei Du selbst und versuche nicht wie andere zu sein. Wenn Du für etwas eine Leidenschaft hast, dann lebe sie. Und: Triff Entscheidungen nicht aus Angst. Ein „Zurück zum Ausgangsmodus” ist fast immer möglich. Du musst nicht allen gefallen. Und wenn Du das lebst, das Dir von innen heraus wichtig ist, dann wird Dein Leben so viel glücklicher sein.

Bild: Sophie Wolter


1 Kommentare

  • Elisabeth

    5. Mai 2021 at 22:06

    Liebe Sue,
    ich bin Ruths Schwester und kann sagen, ja, sie hat mitgelesen.
    Derzeit spiele ich selbst mit dem Gedanken mich selbständig zu machen und danke dir für deine aufmunternden Worte. Vielleicht muss man einfach mal machen und kann dann in fünf Jahren sagen, dass es besser lief als man es erwarten konnte.
    Und immerhin haben wir schon mal eines gemeinsam: Ruth liest mit!
    Ich denke das ist ein gutes Zeichen.

    Antworten

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