Life at 30: Nett – das schönste Kompliment, das ich je bekam

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Was? Nett? Ist doch die kleine Schwester von… – Nein, eben nicht! „Being kind is cool“. Warum „nett“ das schönste Kompliment war, das ich je bekam?

Ich sage es Euch ganz ehrlich. Ihr kennt mich ja. Manchmal dachte ich mir in der Vergangenheit schon: Wäre ich bisher nicht weiter gekommen, wenn ich nicht auf „nett und ehrlich“ gesetzt hätte? So kommt es einem nämlich manchmal vor.

Unsere Welt und unsere Gesellschaft belohnt einen nicht immer für „nett und ehrlich“. Aber deswegen ist es nicht weniger richtig und wichtig.

Nett – das schönste Kompliment, das ich je bekam

Heutzutage hat man das Gefühl keiner will mit dem Wort „nett“ assoziiert werden. Lieber sucht man sich ein lauteres Adjektiv. Ambitioniert etwa. Schuld ist vielleicht auch die Art der Deutschen „joa ganz nett“ zu sagen. Ein Sturm an Begeisterung. Nicht.

Trotzdem war dieses kleine Wort Teil des schönsten Kompliments, das ich je bekam.

An meiner Hochzeit hielt mein Vater eine Rede, die nicht nur mich zu Tränen rührte. Die genauen Worte mitzuteilen, das ist mir zu persönlich. Aber er sagte auch beispielsweise, dass er stolz auf mich ist, auf das was ich erreicht habe. Was aber viel mehr wog als das? Das Ende der Rede: „Und sie ist einfach ein richtig netter Mensch.“

Da steigen mir beim Schreiben wieder die Tränen in die Augen. So möchte ich gesehen werden. Job-Erfolge sind nicht alles und Schönheit ist vergänglich. Aber als ein netter, guter Mensch gesehen zu werden – das bleibt.

Ein kleiner Moment, der mir wieder die Augen öffnete

Vor kurzem stand ich bei der ITB, der Tourismusmesse, vor dem Toiletten-Spiegel neben einer Frau. Wir mussten lachen, weil wir beide versuchten, uns nach Stunden auf der Messe ein wenig frisch aussehen zu lassen. Da machte sie mir ganz ehrlich ein Kompliment zu meinem Aussehen. Sie meinte das einfach ganz nett und ehrlich. Und es hat mir den stressigen Tag sowas von versüßt.

In dem Moment habe ich mir auch etwas vorgenommen. Auch wenn es mal stressig ist, wenn mir an jemanden etwas positiv auffällt, dann will ich es auch laut aussprechen. Auch wenn ich den anderen vielleicht überhaupt nicht kenne.

Being kind is cool – und es gibt Dir so viel zurück

Damit meine ich nicht, dass Du nett sein sollst, wenn es Dir etwas bringt. Das habe ich im Job schon so oft erlebt. Nett nach oben, fies nach unten. Furchtbar.

Ich meine damit: Wenn Du freundlich auf Menschen zugehst und hilfsbereit bist, wird auch Dein Leben ganz automatisch schöner.

Wenn ich beim Einkaufen ein paar nette Worte zur Kassiererin sage, dann ist sie auch viel freundlicher. Und das macht mich dann auch wieder glücklich. Nett sein ist ansteckend – wirklich. Und wenn ich ein nettes Erlebnis im Alltag hatte, weil ich jemandem freundlich gegenüber getreten bin, dann wurde auch mein Tag immer schöner.

Also nicht mit den Augen rollen, wenn zu Dir demnächst einmal jemand sagt, dass Du nett bist. Vielleicht ist es ein viel wichtigeres Kompliment als schön oder klug. Vor allem, weil es in unserer Ellenbogen-Gesellschaft scheinbar immer seltener als Kompliment gesehen wird.

Bild: Sophie Wolter


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