Life at 30: Ehe im Hollywood-Film vs. im echten Leben

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Vor kurzem habe ich mit einer Freundin über die Ehe gesprochen. Und warum so vieles im Hollywood-Film so ganz anders ist als im echten Leben. Eine Kolumne über Klischees und Realität.

Als ich vor kurzem an einem Freitagabend einen echten Putz-Marathon hingelegt habe, schrieb ich danach mit einer guten Freundin bei WhatsApp. „Wäre das jetzt ein Hollywood-Film, dann würde ich Jens gleich perfekt gestylt in der frisch geputzten Wohnung mit dem selbst gekochten Abendessen begrüßen.“ Die Realität? Genervte Stimmung, fettige Haare, Putzklamotten. Ich also in die Dusche. Und habe es zum Abendessen in grauer Jogginghose – mit Müdigkeitslevel 1000 – gerade mal so geschafft, das Brot und die Butter auf den Tisch zu werfen.

Die Ehe im Hollywood-Film? So ganz anders als im echten Leben! Aber nicht nur, weil echte Menschen einfach nicht so perfekt sein können. Sorry, aber keiner kann mir erzählen, dass man den ganzen Tag in 15cm High-Heels arbeiten gehen kann, danach die Kinder abholt und schwups noch mal eben ein Vier-Gänge-Menü kocht. Die Filmemacher haben teilweise auch ganz schön falsche und negative Vorstellungen von der Ehe. Denn alles ist ja immer super romantisch im Film, ja bis man dann schließlich verheiratet ist.

Life at 30: Ehe im Hollywood-Film vs. im echten Leben

Dieses ganze Ding mit dem „Wünsche von den Augen ablesen“

Ja, ich weiß. Es wäre auch wirklich zu schön. Aber: Dein Mann kann (auch nach Jahren!) nicht einfach in Deinem Gesicht ablesen, was Dich gerade beschäftigt oder was Du Dir gerade von ihm wünschst. Auch wenn uns das die romantischen Komödien immer glauben lassen wollen. Es ist ebenso einfach wie die Message aus „Er steht einfach nicht auf Dich“ (die stimmt übrigens auch: Er meldet sich schon, wenn er wirklich was von Dir will). In einer Ehe müssen wir miteinander reden. Egal ob’s ums Müll rausbringen geht oder um Gefühle. Ist Euch schon mal aufgefallen, dass die Paare in Filmen eigentlich nur Probleme haben, weil nie einer so richtig mit dem anderen spricht? Nix da von wegen reden ist Silber, schweigen ist Gold.

Die große romantische Geste vs. Ich liebe Dich auf einem Post-It

In den Hollywood-Filmen da wird die Liebe durch große romantische Gesten bewiesen. XXL-Blumensträuße, Schmuck, spontane Überraschungsreisen. Dabei sind es im echten Leben in einer Ehe viel häufiger die kleinen Dinge. Ein gedeckter Frühstückstisch vor der Arbeit mit einer kleinen Nachricht (und das kann auch ein Ich liebe Dich auf eine Post-It sein). Die Nackenmassage, wenn man merkt dass der andere einen langen Tag hatte. Solche kleinen Alltagsmomente bedeuten doch so viel. Also lasst sie uns nicht übersehen.

Die Hochzeit ist der Knaller und danach geht’s im Film nur bergab

Ist Euch schon einmal aufgefallen, dass ziemlich oft alles in den Hollywood-Filmen immer super romantisch ist, bis man dann wirklich verheiratet ist? Das erste Treffen (natürlich Liebe auf den ersten Blick – ist klar). Das erste Date (sooo aufregend!). Und dann das Grande Finale: Die Traumhochzeit. Ja und dann? Dann kommen so viele negative Ehe-Klischees, da fragt man sich, warum je jemand heiratet, nachdem er einen Hollywood-Film gesehen hat. Nach der Hochzeit scheint das Leben vor allem eins zu sein: langweilig. Man ist irgendwie genervt voneinander. Wenn sich die Hauptdarsteller nicht in Affären „retten“, dann lassen sie sich gehen, weil sie unzufrieden sind, oder streiten.

Natürlich war der Tag unserer Hochzeit wunderschön, aber ich sträube mich immer etwas dagegen vom „schönsten Tag des Lebens“ zu sprechen. Weil die Ehe nicht das Ende von etwas ist, sondern gerade der Anfang. Unser Alltag hat sich doch nicht von 0 auf 100 geändert, weil wir geheiratet haben. Ist nicht so als hätten wir vorher nicht auch schon jahrelang zusammengewohnt und unseren Alltag zusammen verbracht. In den Filmen hat man immer das Gefühl, man kennt sich vorher gar nicht, zieht auf einmal zusammen und merkt dann, das man sich auf die Nerven geht.

Nur weil wir geheiratet haben, hat sich unser Leben ja nicht zu 180 Grad gedreht. Von romantischen Dates zu Langeweile Zuhause. So ein Quatsch. Aber wenn ich jetzt so genau darüber nachdenke, dann hat sich doch etwas geändert. Aber nicht alles zum Negativen, liebes Hollywood. Sondern da ist diese neue Nähe, die auch nach 10 Jahren Beziehung noch durch ein Eheversprechen entstehen konnte. Und dieses „Wir zusammen gegen den Rest der Welt“-Gefühl. Und das – ja das ist verdammt schön.

Bild: Unsplash.com


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