Life at 30: Du darfst Dich auch mal selbst feiern

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Vor kurzem hatte ich – übrigens beim Friseur – eine Erkenntnis (zum Glück muss ich nicht schreiben: auf der Toilette). Wir sollten uns viel häufiger einfach mal selbst feiern!

Beim Pressetermin bekam ich einen (übrigens dringend benötigten) neuen Haarschnitt. Und als er die Schere zum Schluss absetzt, springt der Hairstylist gerade zu auf. „Also echt. Richtig gut!“ Ich musste spontan loslachen und sagte: „Ja, einfach auch mal selbst feiern“. Wieso auch nicht? Weil Eigenlob schon im Kinderreim stinkt?

Ich fand die Situation nicht nur witzig, sondern irgendwie dachte ich auch später nochmal drüber nach. Klar, war das Lob an ihn selbst mit einem Witz verknüpft gewesen. Was mir aber auch auffiel: Wie sehr mir die Situation im Gedächtnis geblieben ist. Weil man das so nicht erwartet. Dass sich jemand einfach ganz frei mal selbst für etwas lobt. Im erweiterten – und ganz ernst gemeinten – Sinne: Warum sollten wir uns nicht einfach mal selbst feiern?

Du darfst Dich auch mal selbst feiern – Selbstbewusstsein ist nicht gleich arrogant und eingebildet

Ich finde es sehr deutsch und auch nicht gerade schön, dass sich selbst auch mal zu loben, bei uns so verpönt ist. Als ich meine ersten Podcast-Folgen hochgeladen hatte, da hätte ich mir schon gern selbst ein High-Five gegeben. Bei mir im Home Office sitze nun mal nur ich… Toll, dass ich mich endlich getraut habe. Einfach gemacht. Und dabei so viel neu dazulerne. Dürfen wir nur nach einem bestandenen Studium oder einer Gehaltserhöhung anstoßen? Wenn es ein so offensichtlicher Erfolg ist? Oder sollten wir uns nicht zwischendurch auch einfach mal loben, wenn wir etwas gut gemacht haben. Und hey, das können auch die überragenden Pancake-Skills beim Brunch mit Freunden sein. Muss nicht immer mit der Karriere zu tun haben.

Früher als ich noch Basketball gespielt habe, da durfte man sich nach einem gewonnen Spiel auch mal selbst feiern. Sich über das Erreichte so richtig ausgiebig freuen. Und stolz sein auf erzielte Punkte. Auch wenn es jetzt nicht jedes Mal gleich eine gewonnene Meisterschaft war. So ein gutes Gefühl.

Im Alltag eigene Erfolge und Erreichtes ansprechen? Ein schmaler Grad. Statt stolz auf uns zu sein, versuchen wir so oft, einfach nur auch ja nicht arrogant rüberzukommen. Eigene Fähigkeiten und Talente werden oft sofort heruntergespielt, sobald sie jemand anderes anspricht. „Dein letzter Artikel war richtig unterhaltsam.“ „Danke, habe ich schnell mal heruntergeschrieben.“ Oder: „Woah, Deine Lasagne ist ja wahnsinnig lecker.“ „Ach, habe mal eben reingeworfen, was ich so noch im Kühlschrank gefunden habe.“

Natürlich ist die Situation beim Friseur im Alltag ein wenig too much, vor allem wenn andere das etwas überzogene Witzige daran nicht verstehen. Wir müssen uns jetzt auch nicht nach jedem selbstgekochten Essen oder dem Ablegen von Akten minutenlang auf die Schulter klopfen.

Aber ich finde trotzdem: Wir sollten uns für die Sachen, die wir so richtig gut können, ruhig häufiger mal selbst feiern. Uns einfach mal innerlich selbst loben und nach außen hin nicht sofort unsere guten Leistungen aus Angst vor Arroganz relativieren. Kann – wie beim Friseur – nicht nur sehr witzig sein, ist vor allem aber unfassbar motivierend, auch einfach mal stolz auf sich sein zu dürfen. Auch wenn es nur für einen kurzen Moment – und vielleicht auch nur innerlich ist.

Bild: Streetart, die ich gerade erst in New York City fotografiert habe – Künstler: @Jasonnaylor


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