Ich kann nicht immer nur die Starke sein

In: Lifestyle
suelovesnyc_susan_fengler_kolumne_starke_stark_sein_personality die starke stark sein

Das Problem, wenn Du immer stark und selbstbewusst herüberkommst? Dass Du es nicht zu jeder Zeit auch wirklich bist.

Selbstbewusst, stark, offen – das sind positive Begriffe mit denen ich schon häufig charakterisiert wurde und mit denen ich mich auch selbst beschreiben würde. In meinem Freundeskreis bin ich die Starke. Sehe mich auch selbst gern so. Als Powerfrau, die alles gut organisiert bekommt und Dinge gern selbst in die Hand nimmt. Ich bin kein Mäuschen. Keine Tussi.

Ich bin jemand, der auf andere zugeht, anstatt still in der Ecke zu stehen. Jemand, der auch gern die Initiative ergreift und Ansagen macht. Das kann der Wochenendplan oder die Restaurant-Auswahl sein – oder aber ein Konzept im Job.

Warum ich Euch das alles erzähle? Nein, ich will mich nicht damit brüsten, was ich doch für positive Eigenschaften habe. Ich schreibe darüber, weil es dazu auch eine Kehrseite gibt.

Immer die Starke zu sein, das kann ganz schön anstrengend sein

Als Starke bist Du häufig in der Pflicht. Als Organisator und als Problemlöser. Das macht einem an guten Tagen auch nichts aus. Schließlich passt es zum Charakter, dass man organisiert und versucht Probleme zu lösen.

Aber das Problem ist: Nur weil Du nach außen hin immer stark wirkst und so als hättest Du alles 100 prozentig im Griff, muss das nicht immer auch so sein. Niemand kann immer stark und Powerfrau sein. Und an solchen Tagen fällt es einem dann aber schwer Schwäche zu zeigen.

Das Umfeld ist es von Dir ja auch gar nicht gewohnt, dass Du mal nicht neudeutsch „hands on” bist und nicht alles so einfach wegsteckst.

Vor zwei Tagen hatte ich auch als Starke einen schwachen Tag. Kämpfte wieder mit meinem Magen, der seit dem Dauerstress, dem ich vor der Selbständigkeit ausgesetzt war, mein Schwachpunkt ist. Da musste ich einmal laut „Stop” brüllen als von allen Seiten im Freundeskreis das Beschweren über Alltagsprobleme auf mich einprasselte. Weil es zu viel war. Ich mich selbst nicht stark genug fühlte, auch noch für andere Problemlöser zu sein.

Seid Ihr auch die Starke? Dann scheut Euch nicht davor, auch einmal Schwäche zu zeigen und „Stop” zu brüllen. Oder vielleicht könnt Ihr Eure Powerfrau-Freundin jetzt besser verstehen, wenn sie zwischendurch manchmal „irgendwie komisch” ist.

Morgen bin ich wieder mit voller Power zurück, aber heute darf ich auch einmal schwach sein.

Bild: Dennis Kayser



0 comments

Leave a comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Shares