Deos mit Aluminium oder ohne? Das Deo-Interview

In: Beauty
Deo_mit_und_ohne_Aluminium

Die ständige Deo-Frage: Mit oder ohne Aluminium? Ich bin unseren täglichen Geruchsrettern mal auf den Grund gegangen und habe mich mit einer Expertin unterhalten, die es wissen muss.

Noch vor ein paar Monaten hat auf einmal niemand in meinem Bekanntenkreis mehr Deo mit Aluminium benutzt. Auch ich nicht. Jetzt kehren viele zum Alu zurück. Grund: Funktioniert einfach besser (besonders, wenn man mal einen Tag unterwegs ist), nur mit Aluminium wirds auch trockener unter den Achseln – und das Wichtigste: die Wissenschaft hat uns noch nicht bewiesen, dass wir wirklich Angst vor Aluminium-Deos haben müssen. Ich wechsle immer zwischen mit und ohne – Zuhause ohne, bei Terminen oder Reisen kommt dann doch wieder das Aluminium ins Spiel.

Ganz schön viel Aluminium-Verwirrung. Deswegen habe ich mal an Hamburgs Nivea-Deo-Quelle bei Marita Hallmann aus dem Product Development von Beiersdorf nachgefragt.

Erhöhen Deos mit Aluminium wirklich das Risiko an Brustkrebs zu erkranken? Gibt es hierzu bereits Studien?

Nein. Bis heute konnte auch nach jahrelanger Forschung kein Zusammenhang zwischen der Verwendung von Anti-Transpirantien und Brustkrebs hergestellt werden. Das hat auch das BfR (Bundesanstalt für Risikobewertung) in seiner neuesten Stellungnahme zum Thema ausdrücklich betont. Ein umfangreiches Review von 59 publizierten Studien, das von einer französischen Forschergruppe (Namer et. al) 2008 durchgeführt wurde, kommt zu dem Schluss, dass der im Jahr 2005 in einer Untersuchung (Darbre et. al.) vermutete Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Verwendung von Deodorantien bzw. Anti-Transpirantien nicht bestätigt werden kann und keine wissenschaftliche Evidenz zur Stützung dieser Hypothese besteht. Im Rahmen einer umfangreichen Risikobewertung zu Aluminium in Kosmetikprodukten hat auch die französische Gesundheitsbehörde AFFSAPS 2011 festgestellt, dass keine zuverlässigen Daten bekannt sind, die Anhaltspunkte für ein Krebsrisiko nach Anwendung von Aluminiumverbindungen auf der Haut geben. Auch die US-amerikanische Krebsforschungsgesellschaft (American Cancer Society, 2008) sieht keine Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen Aluminium und Krebs. Ähnlich äußerte sich auch das deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

„Verstopft” Aluminium die Schweißporen oder welche Wirkung hat das Aluminium im Deo genau?

Das Aluminiumsalz löst sich mit dem Schweiß (bei Roll-on Produkten ist es bereits gelöst) und dringt in die Poren ein. Etwas Schweiß tritt (bei den handelsüblichen Antitransprodukten) aber immer noch aus. Diese „Verstopfung“ ist für den Körper nicht gefährlich, da wir über den ganzen Körper (insbesondere an den Fußsohlen und Handinnenflächen) schwitzen. Zusätzlich können sie das Wachstum der geruchsverursachenden Bakterien eindämmen und somit unangenehme Körpergerüche verhindern.

Ist zu viel Aluminium (auch über die Nahrung aufgenommen) für unseren Körper überhaupt schädlich?

Ein spezifisches Krankheitsbild oder Schädigung für den Körper nur durch zu viel aufgenommenen Menge an Aluminium gibt es nicht.
Aluminium ist ein extrem häufiges chemisches Element und kommt in vielen natürlichen Lebensmitteln – wie Obst, Getreide oder Trinkwasser – vor.
Das meiste aufgenommene Aluminium wird von Menschen mit einer gesunden Nierenfunktion wieder ausgeschieden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat eine tolerierbare wöchentliche orale Aufnahme von 1 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht abgeleitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer tolerierbaren wöchentlichen Aufnahmemenge von 2 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht. Diese Mengen kann man ein Leben lang ohne Gesundheitsrisiko aufnehmen.

Ist es auf Dauer ungesund, wenn man mit einem Anti -Transpirant das Schwitzen unter den Achseln unterbindet?

Nein, da der Wasserausgleich über die ganze Hautoberfläche erfolgt, gleicht der Körper dies aus. Außerdem werden die Schweißporen beim Waschen wieder gereinigt und die Aluminiumsalze abgewaschen.

Inwiefern hilft auch ein Deo ohne Aluminium?

Ein Deodorant verhinderte das Wachstum der geruchsverursachenden Bakterien und verhindert so die Bildung von unangenehme Körpergerüchen. Es kann nicht die Bildung von Schweiß verhindern.
Personen die unter Schwitzen leiden oder die Bildung von Schweißflecken auf der Kleidung verhindern möchten, sollten Produkte mit Aluminiumsalzen verwenden.

Benutzen Sie selbst ein Deo mit oder ohne Aluminium?

Ja, Ich benutze seit jahrzehnten Aluminiumprodukte, am liebsten den Antitranspirant-Stick.
Zur Erläuterung Deo mit oder ohne Aluminium:
Unter Deodorants sind alle Produkte die nur die Geruchsbildung verhindern, Produkte die Aluminiumsalze enthalten die die Schweißbildung reduzieren nennt man Antitranspirantien.

Mehr aktuelle Beauty News gibt’s hier!



2 comments

  • Claudia

    April 15, 2016 at 9:17 am

    Liebe Sue, ich war bisher immer begeisterte Leserin deines Blogs, aber dieser Blogeintrag…*kopfschüttel*…Klar gibt es sehr gute Deo’s ohne Aluminium (Schmidts Deo, Ponyhütchen,…)!! Es gibt überhaupt keinen Grund, sich täglich was unter die Arme zu schmieren, dass nicht durch eine einzige Lanzeitstudie (!!) als unbedenklich eingestuft wurde. Besonders wenn man aluhaltige Deo’s gleich nach der Rasur verwendet, wird dieser Grenzwert schnell überschritten. Das erzählt dir die nette Dame von Baiersdorf natürlich nicht. Aber das wüsstest du, wenn deinen Blogeintrag richtig recherchiert hättest, anstatt dich auf den Kooperationsvertrag mit Baiersdorf zu konzentrieren. Es macht wirklich keinen Spaß einen solchen Blogeintrag zu lesen, dann kann ich gleich den Fernseher anschmeißen und ne halbe Stunde Werbung schauen.

    Trotzdem liebe Grüße,
    Claudia

    Reply

  • Susan Fengler

    April 15, 2016 at 12:51 pm

    Hallo Claudia,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Das Interview ist nicht Teil einer Kooperation mit Beiersdorf. Ich habe mich auch mit anderen Dermatologen und Experten darüber unterhalten und greife bei meiner Meinungsbildung nicht ausschliesslich auf diese Statements hier zurück. Mit Werbung hat dieses Interview nichts zu tun.
    Viele Grüße
    Susan

    Reply

Leave a comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *