Berlin Fashion Week – all the world’s a stage…

In: Fashion

Berlin Fashion Week… and all the men and women merely players. Warum ich meinen Artikel mit den Worten Shakespeares beginnen lasse? Das Zitat passt für mich so herrlich auf manche Gäste der Berliner Fashion Week.

Nächste Woche wird unsere Hauptstadt wieder zum Laufsteg. Nicht nur für die Models, die im Zelt am Brandenburger Tor die neuen Herbst-Winter Kollektionen der Designer vorstellen, sondern auch für das Publikum. Ich freue mich schon sehr auf meine mittlerweile 7. Berliner Modewoche – auf interessante Kollektionen und meine Kollegen und Freunde aus der Branche.

Eigentlich könnte man sich die ganze Woche auch einfach in den Vorraum des Fashion Week Zelts setzen und wäre wohl sehr gut unterhalten. Dort findet Saison für Saison ein reges Schaulaufen statt. Ich versuche mich heute einmal an einer Charakterisierung.

Zunächst einmal wären da die, die scheinbar nicht richtig dazugehören. Ich nenne sie jetzt einmal Freunde der Sponsoren, die verwirrt und interessiert umherschauen und die farbenfrohe Meute begutachten. Sie sind entweder sehr klassisch langweilig gekleidet oder aber völlig overdressed im Ballkleid und Stilettos – schließlich ist ja Modewoche.

berlin fashion week space baby carriage

space baby carriage at MBFW

Die zweite Kategorie der Besucher kennzeichnet sich durch extreme Outfits. Verrückte farbige Haare, aufgeklebte Metallic-Applikationen. Andere mit Sonnen-Schild vor der Stirn und spacigem Kinderwagen (wo sich natürlich kein Kind drin befindet). Sie sind da „um gesehen zu werden“ und vor allem um fotografiert zu werden. „Vielleicht schaffe ich es ja auf einen Street Style Blog und kann dort meine eigenen Entwürfe, meinen Blog, meine Katze oder meinen Hamster promoten.”

Dann gibt es noch die Promis. Sind sie richtig berühmt, so sieht man erst einmal nur die Fotografen-Schar um sie herum und muss sich durchkämpfen. Für Topmodels wie Joan Smalls oder Designer Marc Jacobs durchaus die Mühe wert! Die B- und C-Promis sind einfacher zu erblicken. Oft fühlt man sich wie in einer neuen GZSZ-Produktion oder der letzten Germany’s Next Topmodel Staffel (dabei muss ich gestehen, dass mir in beiden Fällen die Charaktere hier sehr wohl bekannt sind).

Nicht zu vergessen: die Mode-Redakteure aus Print und Online und die Mode-Blogger. Meist sehr trendbewusst gekleidet wie frisch von den Seiten der InStyle gesprungen. Normalerweise gilt die Fashion Week Regel, dass Mode-Redakteure meist schwarz und teuer gekleidet sind, auf der Berliner Fashion Week trifft das meiner Meinung nach aber nur auf die wenigsten zu – wie beispielsweise auf Christiane Arp, die unaufgeregt, doch modisch in der ersten Reihe sitzt. Auch Chefredakteurinnen können in Berlin durchaus mit ihrem Outfit auffallen wollen (siehe Annette Weber, InStyle Chefredakteurin, die letzte Saison einmal mit einem sportlich-bunten, außergewöhnlichen Outfit Schlagzeilen machte).

Mehr und der englische Text nach dem Klick! / Read the English article after the cut!

Auffälligster Unterschied zwischen Print und Online? Onliner haben nicht nur ständig ihr iPhone in der Hand (quasi DAS „Accessoire“ der Online-Branche inklusive modischer Handyhüllen), sondern auch noch meist eine überdimensionale Kamera (hey, ich gehöre übrigens auch zu den Online-Redakteuren/Bloggern, obwohl ohne Spiegelreflex vor Ort).

Wenn ihr also nächste Woche in der Nähe des Brandenburger Tors unterwegs seid, dann haltet doch einmal Ausschau nach den Besuchern der Fashion Week – manche müsst ihr sicherlich nicht lange suchen.

… and all the men and women merely players. Shakespeare could have said this while looking at some of the guests at Berlin Fashion Week.

Berlin will turn into a catwalk again next week. Not only for the models walking the runway at Mercedes Benz Fashion Week Berlin, but also for the guests inside the large tent. I am very much looking forward to my 7th fashion week – to seeing the latest collections and to meeting friends and colleagues.

You could easily spend the whole week sitting inside the tent watching all the different people around you. Today, I want to describe some of the guests and will try to put them into categories.

First of all, there are the guests that seem like they don’t really belong there. Let’s call them friends of sponsors. They are either underdressed (just not fashionable and boring clothes), or very much overdressed (I am talking about ball gowns..) and look lost among the fashion crowd.

The second type of guests is totally different: colorful outfits and hair, metallics, crazy clothes and shoes. I even saw someone walking around with a space-baby carriage – of course with no child in sight. They are there to get noticed – especially by street style blogs, where they hope to promote their own small collection, blog, cat or dog.

Then of course there are also the celebrities. The A-listers can be recognized by a large cloud of photographers surrounding them. Well, if it’s topmodel Joan Smalls or designer Marc Jacobs, it really is worth fighting a way through the crowd. The other „celebrities“ are easier to spot. If you like soaps then fashion week is your personal heaven, because there are so many soap stars inside the tent.

Last but not least: the fashion editors (online and offline) and fashion bloggers. They all look trendy, like they have just jumped out of the pages of InStyle. They say that fashion editors only wear black and designer clothes to the shows, but at Berlin fashion week editors in chief also want to get noticed and photographed, like Annette Weber from InStyle Germany. VOGUE’s Christian Arp – on the other hand – is the total opposite.

How to recognize the online editors? Their number 1 accessory is an iPhone and fashion bloggers mostly carry a large camera (not me though, just me, my iPhone and my small Nikon).

So, if you are in Berlin next week, go near the Brandenburg Gate and try to spot the fashion week guests – it will be quite easy after having read this article.



0 comments

  • Manuela

    January 8, 2013 at 7:58 pm

    Super Artikel. Dem kann ich auch absolut nur zustimmen.
    Es ist immer wieder ein Fest was sich für Leute im Zelt tummeln. Und ein paar verrückte Outfits konnte ich im letzten Jahr auch sichten. Bin gespannt was man dieses Jahr an Outfits zu sehen bekommt! :)

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  • Lena // Leonie Löwenherz

    January 8, 2013 at 8:54 pm

    Gut getroffen! :)
    Mir hat es letztes Jahr fast die Sprache verschlagen bei manchen Personen 😀

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  • Liesa

    January 8, 2013 at 9:10 pm

    Amüsanter Artikel! ich hab wirklich gelacht :)
    Besonders gut: “Freunde der Sponsoren, die verwirrt und interessiert umherschauen..” 😀
    Annette Weber kann ich ehrlich gesagt gar nicht leiden, die Sachen die sie oft in der InStyle als Must-Have bringt sind meistens schrecklich 😉 Aber zum Glück sind Geschmäcker verschieden!

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  • Conny

    January 9, 2013 at 11:01 pm

    Haha, ohje, da kann ich dir nur zustimmen. Wobei ich es nicht verwerflich, nur amüsant finde, ohne Wertung. Aber eines ist schrecklich: Vielleicht nicht B- oder C-Promis, eher F- oder G-Promis: manche davon springen so offensichtlich vor jede verfügbare Kamera, nur um ja auch überall abgelichtet zu werden. Unglaublich! Schade, dass man selten so gut gekleidete Leute erblickt wie anderswo, zum Beispiel in Paris. Zumindest nach meinem Geschmack, und über den lässt sich ja bekanntlich streiten :)

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